Frauengehälter bleiben zurück
Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen und in den Bezirken bleiben hoch.

Foto © © bilderbox - Fotolia.comMänner kommen Statistisch gesehen nicht nur rascher und vor allem weiter die Karriereleiter hoch, sie verdienen auch entscheidend mehr als Frauen
Die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen klafft in der Steiermark weiterhin ordentlich auseinander. "Frauen verdienen weiterhin um ein Sechstel weniger als die Männer", so Landesstatistiker Martin Mayer, der mit seinem Kollegen Georg Tafner die letzten Daten für 2008 erhoben hat. Mitberücksichtigt wurden dabei auch die Unterschiede, die sich durch Voll- und Teilzeitjobs, Branchen, Stellung im Beruf etc. ergeben.
Ohne diese "Bereinigungen" fällt der Unterschied sogar noch krasser aus. Durchschnittlich verdiente ein Mann 2008 jährlich 32.594 Euro, eine Frau lediglich 19.299 Euro jährlich brutto. Im Geldbörsel selbst bleiben dem Steirer davon 22.135 Euro, der Steirerin 14.056 Euro, was für beide im Vergleich zu 2007 einen Zuwachs von 2,9 Prozent bedeutet. Auch die regionalen Unterschiede bei den Einkommen innerhalb der Steiermark sind mitunter gewaltig. So bekommen die steirischen Top-Verdiener in Graz-Umgebung (29.448 Euro) und Graz (28.574 Euro) gleich um rund 6000 Euro mehr als die Bezieher von Einkommen an Wohnorten wie Hartberg (23.830) oder Feldbach (23.550).
Die geschlechtsabhängigen Unterschiede seien, sagt Mayer, in den Bezirken ebenfalls markant. So verdienen Frauen in Radkersburg nur um 16 Prozent weniger als Männer, während die geschlechtsspezifischen Unterschiede in Mürzzuschlag mit 29 Prozent am größten sind.
Ein interessantes Detail zeigt die Statistik zu den Einkommen der Haushalte: Während zwischen 1995 und 2007 die Einkommen aus der Arbeit in der Steiermark um 43 Prozent gewachsen sind, stiegen die Einkommen aus Vermögen um 139 Prozent. Also mehr als dreimal so stark.
Zitat
"Die Grundformel, nach der die Welt funktioniert, ist nach wie vor in Kraft: Frauen leisten global gesehen zwei Drittel der Arbeit, verfügen über zehn Prozent des Einkommens und ein Prozent des Vermögens."
Auszug aus "Weißbuch Frauen Schwarzbuch Männer" von Sibylle Hamann und Eva Linsinger
Top-Verdiene wohnen in Graz-Umgebung
Die höchsten Bruttojahreseinkommen am Wohnort wurden innerhalb der Steiermark in den Bezirken Graz-Umgebung (€ 29.448) und Graz Stadt (€ 28.574) erzielt. Danach folgen die Industriebezirke Leoben, Bruck an der Mur, Mürzzuschlag, Knittelfeld und Judenburg. Das niedrigste Einkommen am Wohnort weist Feldbach (€ 23.550) auf, gefolgt von Hartberg (€ 23.830) und Murau (€ 23.882). Trennt man die Einkommen - methodisch sinnvoll - nach ganzjährig in Vollzeit und in Teilzeit erarbeitete Bezüge, dann sieht es regional mit dem unbereinigten "Gender Pay Gap" (in Vollzeit) so aus: In Radkersburg verdienen Frauen netto um 16 Prozent weniger als Männer, gefolgt von Murau (21 Prozent) sowie Deutschlandsberg und Voitsberg mit je 22 Prozent. Die höchsten geschlechtsspezifischen Unterschiede gibt es in Mürzzuschlag mit netto 29 Prozent, gefolgt von Leoben (27 Prozent) und Weiz (26 Prozent).














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