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Zuletzt aktualisiert: 01.12.2011 um 11:39 UhrKommentare

Kunsthalle setzt 2013 auf faszinierende Totenköpfe

Schädelkult wird das Thema der 15. Jubiläumsausstellung in der Kunsthalle Leoben im Jahr 2013. Auch die Themen der Ausstellungen in den Jahren 2015 und 2017 wurden bereits fixiert.

Franz Valland, Leobener Kulturstadtrat, Bürgermeister Matthias Konrad, Alfried Wieczorek, Direktor der Reiss-Rngelhorn-Museen Mannheim, Susanne Leitner-Böchzelt, Leiterin Museumscenter Leoben, Gerhard Samberger, Leobens Kulturmanager (von links)

Foto © Schöberl Franz Valland, Leobener Kulturstadtrat, Bürgermeister Matthias Konrad, Alfried Wieczorek, Direktor der Reiss-Rngelhorn-Museen Mannheim, Susanne Leitner-Böchzelt, Leiterin Museumscenter Leoben, Gerhard Samberger, Leobens Kulturmanager (von links)

Das Thema der 15. Jubiläumsausstellung in der Kunsthalle Leoben, die im Mai 2013 eröffnet wird, steht fest: Die kulturhistorische Großausstellung wird sich dem Schädelkult widmen. Unter dem Titel "Faszination Schädel" stellt Leoben anhand von 300 Schädelfunden und Kopfpräparaten die besondere Bedeutung von Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen dar.

Die Ausstellung ist derzeit in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim zu sehen und wandert dann in die Kunsthalle Leoben weiter. Der Kopf als zentraler Teil des menschlichen Körpers wird in allen Facetten ins Licht gerückt - unter Berücksichtigung regionaler, historischer, kultureller, religiöser, kultischer und wissenschaftlicher Aspekte. In Mannheim sei die Ausstellung ein Renner und habe in eineinhalb Monaten bereits 38.000 Besucher angezogen, erklärt Alfried Wieczorek, Direktor der Reiss-Engelhorn-Museen. Die Exponate stammen aus Sammlungen aus Europa und Übersee. Einige Objekte sind das erste Mal öffentlich zugänglich.

"Das Thema berührt die Menschheit auf der ganzen Welt. Der Schädel beziehungsweise der Kopf hat die Welt verändert und wird das auch weiterhin tun", zeigt sich Leobens Bürgermeister Matthias Konrad von der Zündkraft des Themas überzeugt. "Man kann mehrere Gliedmaßen verlieren, den Kopf sollte man bei sich behalten. Alleine diese Tatsache zeigt, wie wichtig dieser Körperteil für den Menschen ist", so Wieczorek. Wenn auch alles andere vergänglich sei, der Schädel sei etwas, was die Menschheit seit jeher habe bewahren wollen. "Herz und Kopf sind die Körperteile, in denen immer schon der Sitz des Lebens vermutet wurde. Dieser Körperteil muss irgendwie mit der Identität des Menschen zusammenhängen."

Weiter Bogen

"Faszination Schädel" spannt einen Bogen von den Neandertalern bis in die Gegenwart, quer über alle Kontinente, durch alle Kulturen. Ein Highlight: der Schädel von René Descartes, Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler. Auch der Schädel von Friedrich Schiller wird zu sehen sein. Wobei Schillers Schädel nach wie vor ein Mysterium birgt: "Es gibt zwei Schädel, die die seinen gewesen sein könnten. Sie sind im Laufe der Zeit durch so viele Hände gegangen, dass uns die Möglichkeiten der DNA-Analyse derzeit noch nicht weiterbringen. Schiller bleibt vorerst also weiterhin ein Mann mit zwei Köpfen", erklärt Wieczorek. In der Ausstellung werden überdies Gesichtsrekonstruktionen gezeigt, die nach dem modernsten Stand der Wissenschaft erstellt wurden.

Kooperation

Die Kooperation zwischen Leoben und den Reiss-Engelhorn-Museen geht weiter. Die Themen der Ausstellungen in der Kunsthalle, die nur mehr alle zwei Jahre in Szene gehen, sind für die Jahre 2015 und 2017 abgesteckt. Für 2015 ist "Cleopatra und die griechischen Herrscher im alten Ägypten" avisiert. "Wir arbeiten am Konzept und werden die Ausstellung zuerst in Leoben präsentieren. Dann ziehen wir in Mannheim nach", so Wieczorek. Die Ausstellung beleuchte Aspekte des alten Ägypten, um die sich bisher noch keine Ausstellung gekümmert habe.

Im Jahr 2017 steht in der Kunsthalle und in Mannheim das Ausstellungsthema "Mumien" auf dem Programm - quer durch alle Kulturen: "In Mannheim hatten wir 200.000 Besucher bei dieser Ausstellung. Derzeit läuft sie mit einem Riesenerfolg in Amerika und hält bis jetzt bei 1,5 Millionen Besuchern", erklärt Wieczorek. Dazu Franz Valland, Kulturstadtrat von Leoben: "Wenn das so ist, könnte diese Ausstellung bei uns vielleicht wieder die magische Grenze von 100.000 Besuchern knacken. Das traue ich mich zu sagen." Aber auch im kommenden Jahr wird die Kunsthalle bespielt (siehe Infokasten).

ANDREAS SCHÖBERL

Kommentar

ANDREAS SCHÖBERLWeiterer Hor... von ANDREAS SCHÖBERL

Fakten

Die 15. Jubiläumsausstellung in der Kunsthalle Leoben "Faszination Schädel" findet 2013 statt.

Dennoch wird die Kunsthalle im kommenden Jahr bespielt.

Mitte April 2012 wird eine zweiwöchige Ausstellung der Montanuniversität zu den Themen Maschinenbau und Umformtechnik eröffnet.

Dabei werden auch originale Formel Eins-Boliden zu sehen sein.

Der Eintritt ist frei.

Wichtigste Zielgruppe: Schulen.

Ende April 2012 startet eine Ausstellung zum Thema "Fahrrad", die bis Ende September dauert.

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