Gerhard Kurzmann: Ruhigen Schrittes bergwärts
FPÖ-Spitzenkandidat Gerhard Kurzmann im Salon der Kleinen Zeitung über Antikommunismus, Kameradschaft IV und Frauen in der Partei.
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Die großen Emotionen sind die Sache von Gerhard Kurzmann nicht. Ob das auch abseits der politischen Bühne der Fall sei, wollte Polit-Redakteur Johannes Kübeck im Kleine-Salon, eingerichtet gestern Abend im Volkshaus Rottenmann, wissen, und fragte rundheraus: "Lassen Sie nie die Sau heraus?" "Doch", so die die für Kurzmann'sche Verhältnisse fast schon vehement vorgebrachte Replik. "Auf dem Berg, zum Beispiel." Wenn er 3000er erklimme.
Aha. "Und sonst, etwa auf einer Almhütte, singen, und auch einmal was trinken?", die Nachfrage. "Ja, schon. Ab und zu. Mit Freunden. Aber es muss ja nicht jeden Tag ein Doppelliter sein." Und: Massenauftriebe seien seine Sache nicht, auch nicht im Wahlkampf, "aber da muss man durch".
Zitiert
Meine Familie war empört, wie Tito von Bundespräsident Franz Jonas als Staatsgast empfangen wurde. Der Antikommunismus war ein wesentliches Jugenderlebnis.
Jörg Haider ist an der falschen Personalauswahl und an seiner Umgebung gescheitert. So lange ich Obmann bin, wird's in der Steiermark keine Quereinsteiger geben.
Die Burschenschaften, die national-freiheitlichen Korporationen sehe ich durchaus positiv für unsere Partei. Ich selbst war aber nie Mitglied, dafür fehlte mir die Zeit, ich habe mich im Ring Freiheitlicher Jugend engagiert.
Politische Sandkastenspiele spiele ich selten, taktische Varianten überlege ich mir nicht oft. Das Wahlziel lautet zehn Prozent plus X.
Politisch sozialisiert sei er im Elternhaus worden, konnte Moderatorin Claudia Gigler, ebenfalls Redakteurin im Politik-Ressort Kurzmann entlocken. Seine Familie sei als deutsche Minderheit "aus Slowenien vertrieben worden", das Thema immer präsent gewesen, geprägt habe ihn der tiefe Antikommunismus in seinem Elternhaus. Zur FPÖ sei er schließlich über den ehemaligen Grazer Bürgermeister Alexander Götz gekommen, der ihn bei einer Studentendiskussion beeindruckt habe.
Zum Thema
Angesprochen auf seine Mitgliedschaft in der höchst umstrittenen Kameradschaft IV und die Thesen des Holocaust-Leugners David Irving redete sich Kurzmann in einen veritablen Wirbel. Die Nähe zur K IV rechtfertigt er mit seiner Abneigung gegen die "Kollektivschuld", Irving verwende als "andere Quellen, und Forschung und Wissenschaft müssen frei sein, ob er recht hat, weiß ich nicht, ich habe mich mit den Quellen nicht beschäftigt". Erst nach mehrmaligem Nachfragen Giglers rang sich Kurzmann zu der Aussage durch: "Ich bin überzeugt, dass die Massenvernichtung stattgefunden hat."
Prioritäten der Frauen
Die mangelnde Präsenz von Frauen rechtfertigt Kurzmann damit, "dass Frauen andere Prioritäten haben, die Familie steht an erster Stelle". Jörg Haider sei für ihn nie ein Übervater gewesen, in den 1980er-Jahren habe er zu ihm ein gutes Verhältnis gehabt, dann hätten "die Quereinsteiger" zu viel Gewicht bekommen. H.C. Strache gegenüber sei er loyal, wieder auf Nachfrage: "Ich habe zu ihm ein Verhältnis wie ursprünglich zu Haider." Wen er im Fall des Falles als Zünglein an der Waage zum Landeshauptmann wählen würde, ließ Kurzmann offen. Ein Abtausch mit einem Sitz in der Landesregierung sei für ihn persönliche keine Option, die Entscheidung, so sie sich stellt. liege bei den Parteigremien.
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Fakten
FPÖ-Spitzenkandidat Gerhard Kurzmann war Gast Nummer drei im Salon der Kleinen Zeitung.
Kommenden Dienstag, 31. 8., in Gleisdorf zu Gast: Grünen-Spitzenkandidat Werner Kogler.





















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