Erfolgreiche steirische Meisterklasse
450 Steirerinnen und Steirer haben im Vorjahr eine Meister- oder Befähigungsprüfung abgelegt. Ein Karriereweg, der nichts an seiner Bedeutung für den Wirtschaftsstandort eingebüßt hat.
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Montag bis Freitag am Abend Unternehmerschule bis 22.00 oder 23.00 Uhr, am Wochenende Meisterschule. Und das alles neben der regulären Arbeit im Familienbetrieb. Melissa Stani hat gekämpft und ist eine von 450 jungen Steirern, die im Vorjahr eine Meister- oder Befähigungsprüfung abgelegt haben. "Es ist schon ein großer Aufwand, aber es zahlt sich aus", so Stani. Das Besondere an ihrer beruflichen Laufbahn: Ihre Meisterprüfung hat sie im Alter von 20 Jahren absolviert, sie ist damit die jüngste Meisterin für Metalltechnik für Schmiede und Fahrzeugbau in Österreich. "Handwerk hat mich immer fasziniert, schon als Kind bei meinem Vater in der Werkstatt." Stani hat sich unternehmerisch bereits selbstständig gemacht. "Mir gefällt mein Beruf, ich produziere keine Duplikate, sondern nur Unikate, ich kann meinen eigenen Ideen Leben einhauchen, jeder Tag bringt eine neue Herausforderung", so Stani.
Die Meisterprüfung habe in Österreich noch immer einen "immensen Stellenwert", bestätigt Hermann Talowski, Spartenobmann für Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer. "Das ist ein Gütesiegel, das für Konsumenten eine große Bedeutung hat." Klar sei auch, dass die Zeit bis zur Meisterprüfung keine einfache sei. "Es macht sich aber bezahlt", so Talowski. Um die Leistungen der steirischen Berufsmeister hervorzuheben, lud die Wirtschaftskammer die 450 Absolventen - darunter 30 Prozent Frauen - in den Grazer Stefaniensaal zur feierlichen Meisterbriefverleihung.
"Hackeln bis zum Umfallen"
Die Gala offenbarte ein Sammelsurium außergewöhnlicher Karrieren. Etwa jene von Annette Theresa Stosch, die heute ihren 28. Geburtstag feiert. Sie hat an der FH Joanneum Informationsdesign studiert und im Anschluss auch noch die Meisterprüfung für Kfz-Technik abgelegt. Bereits während des Studiums sei der Wunsch gereift, noch eine handwerkliche Ausbildung draufzusetzen. "Ich bin begeisterte Motorsportlerin und technisch sehr interessiert", so Stosch. Heute ist sie bei Magna in der virtuellen Fahrzeugentwicklung tätig. "Die Meisterschule war einfach klasse für mich." Von einer Fachjury wurde Mario Kohl zum "Meister des Jahres" gekürt. Der 26-Jährige aus Dechantskirchen ist ein Multitalent, er hat neben der Meisterprüfung für Heizungstechnik auch die Befähigungsprüfungen für Gas- und Sanitärtechnik sowie zum Brunnenmeister absolviert. Jetzt peilt er die Selbstständigkeit an und will den Installationsbetrieb der Familie übernehmen. Ausruhen will sich Kohl auf dem Erreichten jedenfalls nicht: "Jetzt heißt es erst einmal hackeln bis zum Umfallen."
Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk, der gemeinsam mit Talowski und Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann die Ehrung vornahm, zeigte sich begeistert. "Unsere Meisterinnen und Meister sind die Qualitätsbeauftragten der steirischen Wirtschaft", so Herk. Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten sei fachliche und kaufmännische Top-Qualifizierung von großer Bedeutung.
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Fakten
450 vollständige Meister- und Befähigungsprüfungen wurden 2011 in der Steiermark erfolgreich abgelegt - davon 163 Meister- und 287 Befähigungsprüfungen. Für einen erfolgreichen Abschluss müssen insgesamt fünf Modulprüfungen absolviert werden. Insgesamt wurden hier im Vorjahr 2901 Prüfungsantritte verzeichnet.
45 Meisterprüfungen wurden in der Kraftfahrzeugtechnik abgelegt, bei den Tischlern und Metalltechnikern waren es je 12, bei den Spenglern 11. Bei den Befähigungsprüfungen dominierten Kosmetik, Fußpflege und Massage (62) sowie Baumeister (26) und Elektrotechnik (24).















