Geflügelhof-Seniorchef bei Protestaktion verletzt
Mann und Frau hatten in Laßnitzhöhe vor dem Geflügelhof ein Protest-Transparent entrollt. 78-Jähriger wollte sie zur Rede stellen und blieb an wegfahrendem Pkw hängen. Er stürzte und erlitt u.a. einen Nasenbeinbruch. Der 33 Jahre alte Lenker stellte sich wenig später.

Foto © FUCHS | Sujet
Ein 78-jähriger Pensionist ist beim Versuch, zwei Tierschutzaktivisten vor dem Geflügelhof seiner Familie in der Oststeiermark zur Rede zu stellen, verletzt worden, wie die Sicherheitsdirektion Steiermark am Montag mitteilte. Ein Mann und eine Frau hatten auf dem Parkplatz vor dem Geflügelhof ein Protest-Transparent mit der Aufschrift "Schlachthöfe sind Schlachtfelder" entrollt. Der Seniorchef der Firma wollte sie zur Rede stellen, worauf die Aktivisten in ihre Pkw stiegen. Der alte Mann hielt sich am Türrahmen eines der Autos fest, als der Lenker aufs Gas stieg. Der 78-Jährige stürzte und erlitt u.a. einen Nasenbeinbruch. Der 33 Jahre alte Lenker stellte sich wenig später.
Seitenfenster
Der Vorfall spielte sich bereits am Freitagmittag ab, wurde aber erst jetzt bekannt: Der Seniorchef hatte die Aktivisten beobachtet und wollte laut Polizei auf den 33-Jährigen aus dem Bezirk Weiz und die Frau zugehen, worauf diese stiegen in ihre Autos stiegen. Der Oststeirer öffnete jedoch das Seitenfenster seines Wagens. Der 78-Jährige hielt sich am Türrahmen fest und beugte sich zum Lenker. Plötzlich gab dieser Gas und fuhr davon, worauf der Pensionist zu Boden stürzte und benommen liegen blieb.
Nachdem sich der Seniorchef hochgerappelt hatte, begab er sich auf das Betriebsgelände, wo Arbeiter das Rote Kreuz und die Polizei verständigten. Der Mann wurde nach Erstversorgung mit einem Nasenbeinbruch, zahlreichen Abschürfungen und Rissquetschwunden ins LKH Graz gebracht und stationär aufgenommen. Der 33-jährige mutmaßliche Unfalllenker kehrte nach wenigen Minuten wieder zum Geflügelhof zurück, wo er auf das Eintreffen der Polizei wartete. Nach den Einvernahmen wurde er wegen fahrlässiger Körperverletzung und im Stich lassen eines Verletzten angezeigt.
Ob die beiden Aktivisten einem Verein oder einer Gruppierung zum Schutz von Tieren angehören oder auf eigene Faust gehandelt haben, war vorerst nicht klar, wie es auf APA-Anfrage hieß. Erst Anfang Dezember war es in Kainbach bei Graz zu einem Zwischenfall in Sachen Tierschutz gekommen. Ein Tierschutzaktivist war damals nach einer Rangelei mit einem Polizisten bei einer Treibjagd im Osten von Graz vorübergehend festgenommen worden. Der 35-Jährige und der Beamte waren leicht verletzt worden, es hatte danach gegenseitige Anzeigen gegeben.















