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Zuletzt aktualisiert: 24.06.2010 um 11:47 UhrKommentare

Rot und Schwarz teilen sich den Bürgermeister

Überraschung in Hof bei Straden. In der konstituierenden Gemeinderatssitzung wurde Markus Neumayer von Leopold Praßl (SPÖ) an der Spitze abgelöst. Das ging mit Hilfe der VP.

Bgm. Leopold Praßl

Foto © PrivatBgm. Leopold Praßl

So schnell kann es in der Politik gehen: in Hof bei Straden wurde nun der Vertreter der stimmenschwächsten Fraktion, Leopold Praßl von der SPÖ, mit den Stimmen der ÖVP zum Bürgermeister gewählt. Der bisherige Bürgermeister Markus Neumayer, von der Liste Hof, ist nur mehr Vizebürgermeister.

Nachdem Neumayer mit der Stimme von Praßl und den Stimmen der Bürgerliste Hof im September 2009 zum Volksbürgermeister gewählt wurde, hat sich nun das Blatt gewendet. Jetzt schlug nämlich die ÖVP mit Fraktionsführer Siegfried Bauer den SPÖ-Mann Praßl als Bürgermeister vor, so dass dieser mit den ÖVP Stimmen und seiner eigenen Stimme mit fünf gegen vier Stimmen Gemeindeoberhaupt wurde. Zumindest für die nächsten zweieinhalb Jahre. Vorgesehen ist nämlich eine Halbzeitlösung, danach übernimmt bis zur nächsten Wahl die ÖVP die Bürgermeisteragenden. Jeweils einstimmig wurden Neumayer zum Vizebürgermeister und Franz Semlitsch zum Gemeindekassier - beide Liste Hof - gewählt. Selbige war bekanntlich bei der Gemeinderatswahl mit drei Stimmen vor der ÖVP knapp stimmenstärkste Fraktion.

"Diese Koalition zwischen SPÖ und ÖVP ist das Beste für die Gemeinde Hof. Wir brauchen bei der Landesregierung klare Ansprechpartner. Es ist Zeit, dass wir in die Gemeinde Ruhe hin-einbringen", sagte Praßl.

Neumayer hingegen spricht von einer Schmierenkomödie der Extraklasse: "Wenn vier schwarze Mandatare einen roten Mandatar, der nur 80 Stimmen bekommen hat, zum Bürgermeister wählen, dann hat die ÖVP so viel Angst vor den Ideen der Liste Hof, dass sie sogar einen roten Bürgermeister in Kauf nimmt." Dem neuen Gemeindechef wünscht er dennoch Glück und Durchhaltevermögen: "Das wirst du brauchen."

Praßl jedenfalls ist motiviert: "In den letzten sechs Monaten ist alles gestanden. Wir hinken beim Straßen- und Wegebau, bei den Wanderwegen und in anderen Bereichen nach. Ich werde mich sofort mit dem Büro Voves in Verbindung setzen und erhoffe mir auch eine finanzielle Unterstützung. Der Abgang im außerordentlichen Haushalt ist mit mehr als 100.000 Euro ebenfalls in den Griff zu bekommen."

JOHANN SCHLEICH

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