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Bürgermeister, der schönste Beruf? Bürgermeister mit hohem Wähleranteil Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Gemeinderatswahl Nächster Artikel Bürgermeister, der schönste Beruf? Bürgermeister mit hohem Wähleranteil
Zuletzt aktualisiert: 18.03.2010 um 22:13 UhrKommentare

Skepsis, Wette, Zeitdruck

Otto Marl verwettete für LKH-Neubau rund 6000 Euro, Franz Frosch drückt bei Bad-Entscheidung auf die Tube, Hannes Wasner und Gottfried Hochstetter fehlt guter Glaube.

Die Spitzenkanditaten bei der Diskussion

Foto © Gerhard PliemDie Spitzenkanditaten bei der Diskussion

An Themen mangelt es in diesem Wahlkampf in Bad Aussee nicht: Spital, Bad, Schulsanierung, Verkehr, Innenstadtbelebung sind die zentralen Punkte nebst einigen "Seitensprüngen". Bei der von der Kleinen Zeitung veranstalteten Diskussion untermauerten die Spitzenkandidaten von SPÖ, ÖVP, Grünen und der Liste Freiheitliche und Unabhängige ihre Positionen und versuchten beim Publikum mit mehr oder weniger gelungen Pointen, aktionistischen Einlagen und wechselweisen Angriffen zu punkten.

In der Frage "neues LKH" glaube er nur mehr Forumssprecher Herbert Angerer, sonst niemandem, "und schon gar nicht dem Otto Marl und der SPÖ", betonte Hannes Wasner, der die Liste Freiheitliche und Unabhängige anführt. In der Angelegenheit bezeichnete er den Bürgermeister als "Zick-Zack-Otto". Wasner und Gottfried Hochstetter (Grüne) lobten den "Mut" von Lambert Schönleitner, der sich im Landtag für die Region und gegen die eigene grüne Fraktion gestellt habe. Franz Frosch (ÖVP): "Für die politische Entscheidung war meine Partei verantwortlich. 24 ÖVP-Abgeordnete sind zu uns gestanden, auch die KPÖ und ein Grüner." Otto Marl ließ mit der Bemerkung aufhorchen: "Hätten wir schon immer Vollath als Landesrätin gehabt, hätte vieles anders ausgeschaut." Und, er bleibt dabei: Spatenstich ist am 6. September um 10 Uhr. "Darum wette ich mit jedem hier im Saal um 20 Euro", setzte Marl drauf.

Heiß umkämpftes Bad

Beim Neubau des Bades prallen zwei Standpunkte aufeinander: Hannes Wasner und Gottfried Hochstetter sind für den Standort im Zentrum, Marl beharrt auf dem Bau auf dem Reiterer Plateau. "Das jetzt abzusagen wäre so, wie wenn man einer im achten Monat schwangeren Frau sagen würde, sie soll das Kind abtreiben." Bei diesem Vergleich ging ein Raunen durch das Publikum. Franz Frosch ist eher auch für diese Variante, drängt aber auf eine rasche Entscheidung. "Viel Zeit haben wir nicht mehr. Wenn das dort oben nichts wird, muss der Bestand saniert werden." Marl glaubt immer noch an das (mittlerweile deutlich abgespeckte) Projekt, die anderen Fraktionen zeigten sich deutlich skeptisch. Von den Investoren müsse Klartext eingefordert werden.

Ähnlich die Trennlinie bei der Behebung der Schulmisere: Wasner will eine Sanierung statt einen Neubau beim Zentrum der höheren Schulen in Unterkainisch, dafür tritt auch Franz Frosch vehement ein. "Das ist das einzig Leistbare." Marl plädiert für den Neubau der Hauptschule, Kosten rund 15 Millionen Euro, die Sanierung würde etwa sieben Millionen kosten. "Leisten können wir uns beides nicht", sagte Marl. Der Neubau könnte über ein Bauträger-Modell finanziert werden.

Doppeltes Gehalt

Haarig wurde es für Marl gegen Ende der Diskussion, als Gottfried Hochstetter wissen wollte, was es mit dem Doppelbezug - Bürgermeisterbezug und Gehalt als Gemeindebediensteter in der Finanzbuchhaltung - auf sich hat. "Jetzt kommt die Neiddebatte", reagierte Marl und erklärte, "dass ich als Gemeindebediensteter nach 40 Stunden nach Hause gehen könnte, als Bürgermeister arbeite ich aber 75 bis 80 Stunden, da kann ich wohl auch mehr verdienen". Wer auf die Aufwandsentschädigung verzichte, sei ihm verdächtig, "da ist an der Qualität desjenigen zu zweifeln". Marl verzichtet auf rund 600 Euro pro Monat seines Bürgermeisterbezuges in der Höhe von etwa 3600 Euro. Auf Nachfrage der Kleinen Zeitung betonte Marl: "Ich arbeite zu 100 Prozent als Bürgermeister." Schiefe Optik könne er keine erkennen. Mit seiner Arbeit erspare er der Gemeinde "zumindest einen Teilzeitbeschäftigten".

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