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Zuletzt aktualisiert: 04.03.2010 um 01:12 UhrKommentare

Weg zum Geld trennt Politiker

SPÖ, ÖVP und Unabhängige Gemeindeliste bemühen sich in Krottendorf-Gaisfeld um Stimmen. Und zeigen in wichtigen Fragen Einigkeit.

Auf dem Prüfstand: Erker, Feichter, Raudner

Foto © Auf dem Prüfstand: Erker, Feichter, Raudner

Krottendorf-Gaisfeld ist mit seinen 2008 Wahlberechtigten zahlenmäßig eher eine Durchschnittsgemeinde im Bezirk Voitsberg. Weil jedoch bei der Wahl 2005 das Ergebnis äußerst knapp ausgefallen ist - die SPÖ gewann mit zwei Stimmen -und die ÖVP sowie die Unabhängige Gemeindeliste Erker einer Teilzeitlösung zugestimmt haben, dürfte der 21. März wieder spannend werden. Grund genug, diese Kommune für eine Kleine Zeitung- Wahldiskussion auszuwählen.

Die drei Männer, die sich im "Dreimäderlhaus" auf dem Podium eingefunden hatten, braucht man in Krottendorf-Gaisfeld nicht groß vorzustellen: Sie sind Politiker zum Angreifen. Deshalb hatten es Bürgermeister Johann Feichter (ÖVP), Vizebürgermeister Ewald Raudner (SPÖ) und Gemeinderat Siegfried Erker (Unabhängige Gemeindeliste) mit vielen vertrauten Gesichtern zu tun und taten sich beim Beantworten der Publikumsfragen nicht sonderlich schwer.

Eines der Themen, um die sich die Diskussion - moderiert von Andrea Kratzer und Christiane Frühwirth (Kleine Zeitung) - drehte, waren Gemeindezusammenlegungen - etwa mit Ligist und St. Johann-Köppling: Solch einem Vorhaben erteilten alle drei Kandidaten eine Absage. Feichter argumentierte damit, dass Gemeinden mit bis zu 3000 Einwohnern am wirtschaftlichsten arbeiten. Raudner erklärte, dass die sechs Orte des mittleren Kainachtales, die sich bereits zusammengetan haben, "schauen, dass wir Geld sparen, denn dann brauchen wir uns über eine Zusammenlegung keine Gedanken zu machen". Und Erker vertrat die Ansicht, dass sich andere Gemeinden freuen würden, könnten sie von der 0,0-Verschuldung in Krottendorf-Gaisfeld profitieren. Die drei Politiker lagen somit ganz auf der Linie des Publikums. Denn auch eine Abstimmung im Saal ergab: Ein klares Nein zu einer Zusammenlegung.

Hochwasserschutz

Bei einem Probleme-Ranking gingen Bürgermeister, Vizebürgermeister und Gemeinderat ebenfalls konform: Für Feichter, Raudner und Erker hat der Hochwasserschutz Priorität. Feichter erklärte ihn - besonders nach den Überschwemmungen im Vorjahr - zur "absoluten Nummer eins". Raudner wies in dem Zusammenhang auf einen notwendigen Rüsthausbau in Gaisfeld hin, liebäugelt sogar mit einem Spatenstich im heurigen Jahr. Und für Erker brennt der Hochwasserschutz, dem man sich so rasch wie möglich annehmen müsse, "unter den Fingernägeln, aber im Land geht nichts weiter".

Was die alte B 70 betrifft, plädierten die Kandidaten zuerst für eine Verkehrsberuhigung. Nachdem jedoch ein Betroffener auf eine entsprechende Zufahrtsstraße gepocht hatte, "einigte" man sich auf einen moderaten Rückbau - und zwar auf Landeskosten.

Auf die Frage eines Unternehmers, warum er SPÖ oder die Gemeindeliste statt ÖVP wählen solle, meinte Erker: Er habe als Bürgermeister mehr als 10,7 Millionen Schilling in die Gemeinde gebracht. Raudners Argument lautete: Für ihn sei der Weg zum Land um Geld zu holen leichter als für den Bürgermeister. Dem setzte Feichter entgegen: "Wenn die beiden Herren glauben, dass das Geldsprudeln so weiter geht, wage ich das zu bezweifeln."


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