Mehr Aufträge, Ende der Kurzarbeit
Leichte Entspannung ortet das Arbeitsmarktservice in den Bezirken Feldbach und Fürstenfeld. Maßnahmen beginnen zu greifen.

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Die gute Nachricht zuerst: "Alle Betriebe in der Region haben die Kurzarbeit beendet und arbeiten wieder voll", ist Elisabeth Szammer, Leiterin des Arbeitsmarktservice (AMS) Fürstenfeld, froh über eine Sorge weniger. Allerdings seien die Industriebetreibe derzeit eher "schaumgebremst" unterwegs. Szammer: "Das heißt, es wird befristet Personal freigestellt oder die Möglichkeit der Karenzierung für einen Bildungsurlaub genützt, was aber im Grunde auch wieder sinnvoll ist."
Die düsteren Prognosen der OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development), die mit einem Allzeithoch der Arbeitslosigkeit von zehn Prozent weltweit rechnet, möchte Szammer für den Bezirk Fürstenfeld relativieren: "Es hat seit September 2008 immer starke Zunahmen gegeben, jetzt haben wir uns auf einem hohen Niveau eingependelt." Im kommenden Winter sei zwar mit einem Plus von 20 Prozent zu rechnen, die Quote insgesamt liege mit 5,3 Prozent (Ende Juli) aber unter dem Steiermarkschnitt.
Während auf niedrig qualifizierte Menschen schwierige Zeiten zukommen, beobachtet Szammer, dass Spengler und Bauarbeiter sehr gefragt seien: "Hier greift das Konjunkturpaket mit der thermischen Sanierung." Gut angenommen würden von den Firmen - so Szammer - auch die angebotenen Arbeitsmarktpakete wie zum Beispiel die Förderung für die Einstellung des ersten Mitarbeiters in bisherigen Ein-Personen-Unternehmen.
Ausbildungslehrgänge
Ein besonderes Angebot ermögliche jungen Menschen den Einstig in den Arbeitsmarkt: Jugendliche, die nicht in der freien Wirtschaft unterkommen, können nun die komplette Lehrzeit in Ausbildungslehrgängen absolvieren. Szammer: "Wir haben noch freie Plätze, vor allem natürlich in der Gastronomie." Gut angenommen werde von der Baubranche das Angebot von Weiterbildungskursen während der Wintermonate.
Ein Plus an Arbeitsplätzen könnte den Fürstenfeldern demnächst ins Haus stehen, planen doch einige Firmen die Errichtung neuer Betriebsstätten: So lädt am kommenden Montag der Spar-Konzern zum Spatenstich für den neuen Hypermarkt in der Burgauerstraße, errichtet die Firma Birchbauer eine neue Bäckerei in der Flurstraße und baut Zigarettenhülsenproduzentin "Altesse" eine neue Produktionshalle. Hoffnung dürfte es auch für die Firma Tecwings geben, die Dank eines Investors aus dem Konkurs neu erstehen könnte.
Hohes Niveau
Eine leichte Entlastung auf dem Arbeitsmarkt spürt auch die Leiterin des AMS Feldbach, Marianne Suppan: "Wir hatten im Mai noch eine Steigerung der Arbeitslosigkeit um 45 Prozent und lagen Ende August bei 27,4 Prozent." Wie ihre Fürstenfelder Kollegin rechnet Suppan auch in Feldbach mit einer Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau im Winter: "Was ich persönlich nicht er
wartet habe, ist, dass sich die Quote der Älteren wesentlich besser entwickelt als die der Jüngeren." Im Bezirk Feldbach habe, so Suppan, nur eine Firma um Kurzarbeit angesucht. "Erfreulich ist, dass das ursprünglich geplante Ausmaß der Kurzarbeit auf ein Minimum beschränkt wurde. Das AMS erhält nun von dieser Firma laufend Aufträge zur Besetzung offener Stellen."
Als sehr erfolgreich hat sich im Bezirk Feldbach der vom AMS initiierte und gemeinsam mit dem Bit Management umgesetzte Qualifizierungsverbund Nahrungsmittelbranche erwiesen. Suppan: "Es schließen sich bereits zum zweiten Mal mehrere Betriebe zu einem Netzwerk zusammen, um gemeinsam Schulungen für ihre Mitarbeiter durchzuführen. Wir sehen darin eine große Chance, das bestehende Personal höher zu qualifizieren und so Arbeitsplätze zu sichern und die Wettberwerbsfähigkeit der Branche insgesamt zu stärken." Im ersten Durchgang seien 27 Schulungen mit einem Gesamtbudget von 106.464 Euro umgesetzt worden. Die ersten Seminare des neuen Qualifizierungsverbundes starten im November.













