Bezirks- und Gemeindesuche
Schützenhöfer: Strategie ohne Kanten
In Umfragen hatte sich das Kopf-an-Kopf-Rennen abgezeichnet, jetzt haben es die Parteichefs schwarz auf weiß. Wir analysieren Stärken und Schwächen vor der Schlacht um den Landeshauptmann-Stuhl.

Foto © Fuchs
1. Die Organisation:
Geschäftsführer Bernhard Rinner, Klubchef Christopher Drexler und Parteichef Hermann Schützenhöfer bilden eine Troika, die die Fäden zieht und an der keiner vorüberkommt. Die Rolle des Angreifers hat Drexler von Rinner übernommen, in Form seines regelmäßigen Auftritts an der Seite der Regierer hat er die Attacke innerhalb der Regierungs-"Partnerschaft" institutionalisiert.
2. Die Funktionäre:
Die Funktionäre sind für den langjährigen und erfahrenen Parteifunktionär Schützenhöfer der Schlüssel zum Erfolg. In die Bemühungen, ihre Zustimmung zu gewinnen, hat er seine ganze persönliche Energie investiert. Ein geschickter Schachzug war die Verquickung der Gemeinderats- mit den Landtagswahlen: Für seine Unterstützung der Bürgermeister fordert er deren Engagement für sich selbst ein.
3. Hermann Schützenhöfer als Person:
Der Chef ist das Opfer der eigenen Strategie. Diese Strategie lautet: Den Gegner möglichst zu schwächen, um selbst aus der Person des nicht Angreifbaren nach oben durchzustarten. Seine eigenen Ecken und Kanten hat Hermann Schützenhöfer im Lauf der vergangenen viereinhalb Jahre dafür abgeschliffen. Vom Politikertypus her ist es ihm nicht unangenehm, (noch) im Hintergrund zu agieren. Schützenhöfer scheut alles, was ihm als Persönlichkeitskult ausgelegt werden könnte. Nicht einmal das Feiern am Sonntag lag ihm - lieber telefonierte er hinter verschlossenen Türen mit seinen Bürgermeistern. Seine Helfer sorgen dafür, dass er medial ins rechte Licht gerückt wird - als viel reisender Tourismus- und Volkskulturlandesrat dokumentiert er Präsenz im Volk und in den Gazetten. Die schwarzen Funktionäre hat Schützenhöfer fast zu 100 Prozent hinter sich. Das ist sein Kapital.
4. Der Wind aus Wien:
Der Höhenflug von VP-Chef Josef Pröll bedeutet Rückenwind aus Wien. Die steirische ÖVP bleibt jedoch auf Distanz - keinesfalls will man sich durch Steuerpläne des Finanzministers die Suppe versalzen lassen. Pröll hat allfällige Ankündigungen auch gehorsam auf Herbst verschoben. Auch mit Wissenschaftsministerin Beatrix Karl dokumentiert man den Einfluss in Wien.
5. Die Umfragen:
Bei der Direktwahl des Landeshauptmannes liegt Hermann Schützenhöfer bei 22 Prozent Zustimmung. Der Abstand zu Voves (34 Prozent) ist jedoch relativ gering. Schützenhöfer punktete mit Verlässlichkeit, Kompetenz und dem Eindruck, er habe sich zuletzt verbessert. In Bezug auf den Wahltermin - Juni oder Herbst - ist der Wahlsieger von Sonntag offen. Man wartet auf einen Vorschlag der SPÖ.


















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