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Zuletzt aktualisiert: 11.03.2010 um 13:04 UhrKommentare

Missbrauch: In Steiermark von 1996 bis 2009 sechs Fälle gemeldet

In den vergangenen zwei Wochen wurden elf möglichen Fälle gemeldet, die laut Diözese Graz-Seckau-Sprecher erst geprüft werden müssten.

Foto © Erwin Scheriau

In den Jahren 1996 bis 2009 sind 15 Anfragen bei der Diözesanen Ombudsstelle von Graz-Seckau eingegangen, von diesen wiederum waren sieben Missbrauchsfälle unterschiedlichen Ausmaßes, einer davon nicht auf dem Gebiet der Diözese. Einer der somit sechs bekannten Fälle datiert aus dem Jahr 1969, der Priester einer kleinen südsteirischen Gemeinde war damals zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Zwei Missbrauchsfälle werden Patres des Stift Admont zugeschrieben, sie sind mittlerweile verstorben.

In den vergangenen zwei Wochen seien dann elf Fälle bei der Ombudsstelle gemeldet worden, die nun nachgeprüft würden. Der jüngste Fall datiere aus den 1990er Jahren. "Wir vermuten, es könnten noch mehr werden, allerdings wird es etwas dauern, bis man den Hintergründen bei den von Anrufern geschilderten Fällen klären kann", so Georg Plank, Pressesprecher der Diözese Graz-Seckau am Donnerstag zur APA. Nachfragen gestalteten sich aber auch schwierig, man stoße oft in den Pfarrgemeinden auf Schweigen. Kindern werde oft erstmal nicht geglaubt, wenn sie von Missbrauch berichten.

Die Zahl der Anrufe bei der Diözesanen Ombudsstelle seien in den vergangen zwei Wochen in die Höhe geschnellt, so Plank. In den Jahren zuvor habe man im Schnitt ein bis vier Anrufe pro Jahr gehabt. Man biete in diesen Fällen ein Gespräch an und frage auch, ob sich die Opfer treffen, sprich mit psychologisch ausgebildetem Personal in Kontakt treten möchten. Einige wollten allerdings nur die Möglichkeit zu erzählen, es handle sich auch nicht bei allen Fällen um Missbrauch im strafrechtlichen Sinn, sondern Überschreitungen des Vertrauensverhältnisses, wie etwa über den Kopf streichen. Sobald eine strafrechtliche Relevanz erkannt werde, gebe es volle Kooperation mit den zuständigen Behörden, dies sei die von Bischof Egon Kapellari vorgegebene Linie. Die Ombudsstelle werde derzeit wegen der vielen Meldungen personell aufgestockt, grundsätzlich sei sie mit vier Mitarbeitern besetzt, so Plank.

Konsequenzen kirchenrechtlicher Natur - neben den strafrechtlichen Konsequenzen - können bis zur Versetzung in den Laienstand gehen, so Plank. Wenn kein Missbrauch vorliege, aber eine pädophile Veranlagung festgestellt werde, würden die Betreffenden aus dem fraglichen Bereich entfernt und anderweitig eingesetzt, unter Beobachtung und nicht im Bereich Kinder und Jugendliche.

Das Thema Sexualität wird natürlich in der Ausbildung der Priester behandelt, so Plank. "Ob ausreichend, kann ich nicht sagen". Der Trend sei in den vergangenen Jahren auch dazu gegangen, dass nicht mehr nur ganz junge Menschen die Priesterausbildung anstreben. Die meisten hätten bereits studiert oder anderweitig Lebenserfahrung gesammelt.


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