Eine Stadt feiert ihre Helden
Geschafft! Sturm Graz ist zum dritten Mal österreichischer Fußball-Meister. Heute steigt die Party ab 18 Uhr auf dem Grazer Hauptplatz. Und mit dem Titel hat Sturm auch einen neuen Traum vor Augen: Europa und die Champions League.

Foto © GEPAÖsterreichischer Meister 2010/2011: SK Sturm Graz
Der weiße Konfettiregen vor dem Hintergrund des schwarzen Nachthimmels ergab die angesagteste Farb-Kombination dieses Abends, der Nacht - oder am besten gleich des Sommers: Schwarz-Weiß! Und unter diesen Farben, fast wie im Nebel, hüpften erwachsene Männer wie Kinder, streckten einen goldenen Teller nach oben, schrien sich die Seele aus den enthusiasmierten Körpern und stimmten in den 15.000-Stimmen-Chor ein: "We are the Champions!" Der SK Sturm ist Meister! Zum dritten Mal, nach 1998 und 1999. Und Graz, die Stadt die "auf den Teller brennt", wie es die Fans ausdrückten, ist Feuer und Flamme.
Ein emotionaler Flächenbrand, ausgelöst durch das 2:1 gegen Innsbruck im letzten Meisterschaftsspiel, herausgeschossen nach einer Kombination von Mario Haas und Sa-mir Muratovic, das alle Dämme brechen ließ. Die gesamte Arena fiel innerhalb von Sekunden in einen Rausch der Freude, in meisterliche Euphorie. "Oh, wie ist das schön", schallte es immer wieder von den Rängen, die den Fußball-Helden zujubelten, die Ehrenrunde um Ehrenrunde drehten. Die mitlitten, als Meistertrainer Franco Foda Haare lassen musste, von seinen Spielern im wahrsten Sinne des Wortes rasiert wurde.
Die Meisterfeier
Und weil's so schön ist, darf die Stadt heute gleich weiterjubeln: Ab 18 Uhr feiert Graz "seine" Meister - die Mannschaft des SK Sturm. Da wird sogar die Herrengasse geräumt, der Straßenbahn-Verkehr pausiert, weil Samir Muratovic und Co. auf Harleys Richtung Hauptplatz "einreiten" werden - sicherlich im Spalier tausender Fans. Und dort geht dann die Post ab - mit Musik von Stoakoglern, Vollgas, Opus - mit Stargast Ivica Osim, so es dessen Gesundheit zulässt, vielleicht auch mit einem abschließenden Feuerwerk von der Kastner&Öhler-Dachterrasse. Wer heute nicht live dabei sein kann: www.kleinezeitung.at bringt den Livestream von der Feier, auch ORF Sport plus ist ab 18 Uhr dabei. Sturm hat sich diese Feier auf jeden Fall verdient, denn, wie es Ferdinand Feldhofer, ebenfalls zum dritten Mal Meister, formulierte: "Ich glaub', wir haben Geschichte geschrieben!"
Jetzt wartet Europa
Die größte Belohnung für Sturm Graz wartet schon bald: Der Sturm auf Europa. Als österreichischer Meister steigen die Steirer in die zweite Champions-League-Qualifikationsrunde ein, die schon am 12./13. bzw. am 19./20. Juli gespielt wird. Die große Frage: Wird Platz 173 der UEFA-Rangliste reichen, um gesetzt zu werden? Wenn, dann wartet vielleicht sogar ein schlagbarer Gegner. Und wenn die zweite Qualifikationsrunde überstanden wird, darf man träumen. Vom Einzug in die Champions League, der alleine 7,1 Millionen Euro an garantiertem Startgeld bringen würde. Zum Vergleich: Das Gesamtbudget von Sturm liegt bei 11,5 Millionen Euro. Und sogar, wenn in der dritten Qualifikationsrunde das Aus kommt, hat Sturm noch eine Chance auf den Einzug in die Gruppenphase der Europa League.
Damit das alles gelingt, startet die Vorbereitung auf die neue Saison schon am 9. Juni - und die Mission Titelverteidigung beginnt am 16. Juli. Mit welchem Gesicht Sturm dann antreten wird, davon darf man sich überraschen lassen.
Einen würden die Sturm-Fans wohl sicher gerne wiedersehen: Samir Muratovic. Die Chancen sind gestiegen.
Features
Das geschah noch ...
Die Sturm-Spieler haben durchgemacht und bis 08.00 Uhr Früh im "Clocktower" (Harley Davidson-Lokal) gefeiert. Dann gab es noch ein Frühstück für alle und dann sind sie mit Taxis heimgefahren. Jetzt wird ein paar Stunden geschlafen und dann wieder auf zur Meisterfeier.
Fotoserien
Sturm Graz - Wacker Innsbruck 2:1 (1:1)
Tore:
1:0 (14.) Hölzl
1:1 (29.) Hauser
2:1 (84.) Muratovic
Sturm: Gratzei - Standfest, Schildenfeld, Pürcher, Perthel - Hölzl (88. Ehrenreich), Kienzl, Weber, Kainz (76. Haas) - Kienast (68. Muratovic), Szabics
Innsbruck: Schumacher - Bilgen (60. Harding), Bea, Svejnoha, Pichler - Abraham - Bergmann, Perstaller, Hauser (74. Köfler) - Burgic - Hinterseer (59. Merino)
Gelbe Karten: Weber bzw. Hauser, Perstaller
Beste Spieler: Szabic, Hölzl, Kainz bzw. Abraham, Hinterseer






















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