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Zuletzt aktualisiert: 21.01.2010 um 13:20 UhrKommentare

2.600 Jobs weg: Opel schließt sein Werk in Antwerpen

In dem Werk mit rund 2.600 Beschäftigten wird der Opel Astra hergestellt. Es ist die erste Schließung eines Werkes in Europa und somit der traurige Höhepunkt in der Opel-Krise. Weitere Stellen sind gefährdet.

Foto © AP

Das belgische Opel-Werk in Antwerpen mit seinen 2.500 Mitarbeitern soll noch heuer geschlossen werden. Das kündigte der Autobauer am Donnerstag an. "Es ist keine leichte Entscheidung, diese Ankündigung zu machen. Vielmehr ist es die harte Realität der derzeitigen Geschäftssituation", erklärte Opel-Chef Nick Reilly. Um die langfristige Existenz des Unternehmens zu sichern, müsse Opel angesichts der Schwäche auf dem westeuropäischen Automarkt seine Kapazitäten insgesamt um rund 20 Prozent reduzieren. In Wien-Aspern lbeschäftigt die US-Mutter General Motors rund 1.850 Arbeitnehmer.

"Wir sind uns der Tragweite bewusst, die diese Ankündigung für die Beschäftigten in Antwerpen und ihre Familien hat und wir fühlen mit ihnen", erklärte Reilly. In der Mitteilung hieß es weiter: "Im Hinblick auf die derzeitige Kapazitätsauslastung in allen europäischen Opel- und Vauxhall-Werken, dem geplanten Produkt-Portfolio sowie den Vorgaben durch Zeitplanung und Finanzen wäre die Schließung des Werkes Antwerpen der folgerichtige Ansatz für das Unternehmen." Falls die Schließungsabsicht bestätigt werde, würde die Produktion in den kommenden Monaten auslaufen. Opel werde mit den Arbeitnehmervertretern seine Verhandlungen fortsetzen.

"Es ist ein Drama"

Die Entscheidung beruhe "auf politischen und keineswegs ökonomischen Elementen", sagte Walter Cnop von der belgischen Gewerkschaft CSC Metall. "Es ist ein Drama." Das Schicksal des Antwerpener Werkes dürfte Auswirkungen auf die deutschen Standorte haben. In Antwerpen, wo derzeit noch rund 2500 Menschen arbeiten, wird wie in Bochum des Modell Astra gefertigt.

Das Antwerpener Werk gilt schon länger als akut gefährdet. Bei der Vorlage des Restrukturierungskonzepts hatte der Opel-Mutterkonzern General Motors eine Schließung nicht ausgeschlossen. Auch der Plan des Auto-Zulieferers Magna International, der Opel eigentlich von GM übernehmen wollte, hätte das Aus für Antwerpen bedeutet. Im Werk Antwerpen baut bestimmte Versionen des Kompaktwagens Astra. Laut Informationen der Tageszeitung "Die Welt" soll die Produktion offenbar nach Bochum verlagert werden, um in der Ruhrgebietsstadt die Auslastung zu erhöhen.

Radikaler Jobabbau

Die US-Mutter General Motors will die Umstrukturierung bei Opel bis Ende des Monats abschließen. Dabei sollen mehr als 8.300 Jobs der insgesamt 48.000 Stellen bei Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall gestrichen werden. Für die Umstrukturierung werden laut Reilly rund 3,3 Mrd. Euro benötigt. General Motors will 600 Mio. Euro bereitstellen. Der Rest müsse mit Zugeständnissen der Beschäftigten und Krediten der europäischen Staaten gedeckt werden.

Opel erklärte, es sei zu erwarten, dass der Restrukturierungsplan alle Werke und Einrichtungen von Opel und Vauxhall beeinflussen werde. Das könnten unterschiedliche Maßnahmen wie Kapazitätsreduktionen, Arbeitsplatzabbau oder Arbeitskostenreduzierungen sein. Weitere Details dazu werden würden in Kürze bekanntgegeben. Im österreichischen Werk Wien-Aspern fertigt GM mit 1.850 Mitarbeitern Motoren und Getriebe für Opel-Modelle wie den Corsa.


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