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Zuletzt aktualisiert: 23.01.2012 um 12:36 UhrKommentare

Sparpaket: Beamte angeblich im Visier

Laut einem Medienbericht sollen die öffentlich Bediensteten bis zu drei Prozent ihres Gehalts abliefern. Die Gewerkschaft meint, dass man die Angelegenheit allenfalls vor dem Verfassungsgerichtshof wird klären müssen.

Foto © AP

Den Beamten droht mit dem bevorstehenden Sparpaket gleich wieder die Einbuße des erst jüngst herausverhandelten Einkommensplus. Laut Tageszeitung "Österreich" (Montag-Ausgabe) sollen die öffentlich Bediensteten bis zu drei Prozent ihres Gehalts abliefern, quasi als Abgeltung ihrer Jobsicherheit. Offizielle Bestätigung dafür gibt es keine, die Gewerkschaft meint, dass man die Angelegenheit allenfalls vor dem Verfassungsgerichtshof wird klären müssen.

Laut "Österreich" wäre die Höhe der prozentuellen Abgabe von der Einkommensgruppe abhängig. Niedrigverdiener müssten einen Prozent abliefern, der "Mittelstand" zwei und die Bezieher hoher Beamtengehälter drei Prozent. Zur Erinnerung: das vielfach kritisierte Gehaltsplus bei den letzten Beamtenverhandlungen im Dezember hatte im Schnitt 2,95 Prozent betragen.

Die Spezialabgabe wäre das Äquivalent für den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung, der im ASVG-Bereich zu leisten ist. Freilich ist nach Meinung der Gewerkschaft öffentlicher Dienst unklar, ob rechtlich solch ein Schritt überhaupt machbar ist.

GÖD-Vize Richard Holzer (FSG) verwies auf Anfrage der APA darauf, dass es hier zwei unterschiedliche Rechtsmeinungen gebe. Sollte die Regierung tatsächlich diese Arbeitsplatzsicherheitsabgabe einführen, müsste wohl der VfGH bemüht werden. Ablehnung signalisierten auch die Freiheitlichen. Deren Bereichssprecher für den Öffentlichen Dienst Werner Herbert sprach in einer Aussendung von einem "skurrilen Vorschlag".

Angegriffen werden soll laut "Österreich" auch der Versetzungsschutz im öffentlichen Dienst - für Holzer eine "dumme Diskussion". Denn schon jetzt könnten die Beamten versetzt werden, wenn ihre Dienststelle aufgelöst werde. Und es gebe auch die Bereitschaft vieler Bediensteter, in anderen Bereichen tätig zu werden. Genommen würden sie vielfach nicht und sei es nur, weil sie die falsche "Farbe" (sprich Parteizugehörigkeit) für ein anderes Ministerium hätten.

Gespräche mit der Gewerkschaft habe die Regierung jedenfalls noch nicht gesucht, erklärte Holzer, der nun abwartet, was die Koalition dann tatsächlich vorlegt. GÖD-Chef Fritz Neugebauer weilte am Montag im Ausland und war zunächst nicht erreichbar. Die Sprecherin von Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) war ebenfalls zu keiner Stellungnahme bereit. Seitens der Regierungsspitze verwies man darauf, dass Einzelmaßnahmen nicht kommentiert würden.


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