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Zuletzt aktualisiert: 09.11.2011 um 07:01 UhrKommentare

IAEA-Bericht sorgt für Spannungen im Nahen Osten

Was lange vermutet wurde, soll nun Gewissheit sein. Ein Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde geht davon aus, dass der Iran bis 2010 an einer Atombombe gearbeitet hat. Als Reaktion gibt es in Israel bereits Pläne für einen Militärschlag.

Ahmadinejad bei der Besichtigung von Atomanlagen

Foto © APAhmadinejad bei der Besichtigung von Atomanlagen

Der Iran hat nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) am Aufbau einer Atombombe gearbeitet. Entsprechende Forschungen könnten auch weiterhin unternommen werden, hieß es im jüngsten IAEA-Bericht zum Atomprogramm der Islamischen Republik, der Reuters am Dienstag vorlag. Die Erkenntnisse, die der Iran als politisch motiviert und unausgewogen zurückwies, dürften die Spannungen im Nahen Osten verschärfen. Medienberichten zufolge gibt es in Israel Pläne für einen Militäreinsatz gegen iranische Atomanlagen.

Im Bericht werden Hinweise auf gezielte und verdeckte Bemühungen aufgeführt, um die Fähigkeit zum Bau von Atombomben zu erlangen. Quelle für die Einschätzungen sind nach Angaben der Wiener UN-Behörde "vertrauenswürdige Informationen", etwa aus Mitgliedsstaaten. Die waffen-relevanten Arbeiten seien Teil eines "strukturierten Programms" bis 2003 gewesen.

Beunruhigende Studien

Den Erkenntnissen der IAEA zufolge hat der Iran bei seinen Arbeiten an Atomwaffen auch Komponenten getestet. Unter anderem seien Experimente mit starkem Sprengstoff ein wesentliches Indiz für diese Waffenentwicklungen. Besonders beunruhigt sei die IAEA über Studien zu atomaren Bauteilen aus den Jahren 2008 und 2009.

Die USA und ihre Verbündeten dürfen nach Vorlage des Berichts auf härtere Sanktionen gegen den fünftgrößten Öl-Exporteur der Welt drängen. Möglich seien diese etwa gegen Geschäftsbanken, unwahrscheinlich dagegen ein Vorgehen gegen den Öl- und Gassektor sowie die Zentralbank, sagte ein US-Regierungsvertreter.

Russland kritisierte den Bericht als hinderlich für einen Dialog mit der Regierung in Teheran. Dadurch würden die Chancen für eine diplomatische Lösung zunichte gemacht, erklärte das Außenministerium.

Die Islamische Republik streitet ab, an Atomwaffen zu arbeiten, lehnt jedoch internationale Kontrollen ihrer Atomanlagen ab. In Israel wird diese Entwicklung als Bedrohung gesehen, da der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad dem jüdischen Staat wiederholt das Existenzrecht abgesprochen hat. Russland, Frankreich und Deutschland warnen eindringlich vor den Folgen eines Militärschlags gegen den Iran.

Fredrik Dahl und Sylvia Westall/Reuters

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