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Einigung auf Untersuchung von Irans Atomprogramm Israels Sicherheitskabinett mehrheitlich für Iran-Angriff Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Iran Nächster Artikel Einigung auf Untersuchung von Irans Atomprogramm Israels Sicherheitskabinett mehrheitlich für Iran-Angriff
Zuletzt aktualisiert: 03.02.2012 um 16:56 UhrKommentare

"Wir warnen Israel vor Abenteuern"

Israel fühlt sich durch das iranische Atomprogramm mehr und mehr bedroht und hat einen Angriff im Frühling gegen den Golfstaat nicht ausgeschlossen. Während sich die Gegner einen verbalen Schlagabtausch liefern, schrillen international bereits die Alarmglocken.

Foto © Reuters

Kurz vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz haben der Konferenzleiter Wolfgang Ischinger und der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maiziere vor einer israelischen Militäraktion gegen die iranischen Atomanlagen gewarnt. Aus Ischingers Sicht wäre eine Militäraktion "der Bankrott der Politik und der Diplomatie". Deutschland nehme die Sorgen um das Nuklearprogramm der Islamischen Republik sehr ernst, sagte De Maiziere der Tageszeitung "Die Welt" (Freitagausgabe). "Aber wir warnen Israel auch vor Abenteuern."

Angriff auf den Iran im Frühling?

Vor allem Israel fühlt sich durch das iranische Atomprogramm bedroht und hat einen Angriff gegen den Golfstaat nicht ausgeschlossen. Nach einem Bericht der "Washington Post" rechnet US-Verteidigungsminister Leon Panetta schon im Frühling mit einer Militäraktion Israels. Panetta gehe davon aus, dass es eine "starke Wahrscheinlichkeit" dafür im April, Mai oder Juni gebe, berichtet das Blatt ohne konkrete Quelle online.

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak leistete solchen Erwartungen weiteren Vorschub: "Wer 'später' sagt, könnte herausfinden, dass es (für einen Angriff) schon zu spät ist", zitierte ihn die Zeitung "Haaretz". Israel befürchte, dass Teheran bereits sehr bald über genügend angereichertes Uran verfüge, um eine Atombombe zu bauen - dann könnten nur noch die USA den Iran militärisch stoppen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wolle aber verhindern, "dass das Schicksal Israels vom amerikanischen Handeln abhängt", schreibt die "Washington Post". Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Iran droht mit Vergeltung

Der Iran bestreitet Vorwürfe, dass er unter dem Deckmantel der Energieerzeugung an Atomwaffen arbeitet. Sein geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei sagte am Freitag in einer Fernsehansprache, der Iran werde dem internationalen Druck nicht nachgeben und an seinem Atomprogramm festhalten. Er drohte mit Vergeltung für die Sanktionen gegen die iranischen Ölexporte. Und er wandte sich zugleich gegen Israel. Der Iran werde jedes Land und jede Gruppe unterstützen, die eine Konfrontation mit Israel suchten, erklärte er.

"Schon das Nachdenken über solche Angriffe wäre für sie von Nachteil. Das Einleiten dieser Angriffe wäre zehn Mal so nachteilig für sie", sagte Khamenei beim Freitagsgebet in Teheran. "Wir haben unsere eigene Art, auf solche Drohungen zu antworten", ergänzte er. "Die USA drohen dem Iran mit Krieg, weil die Amerikaner das Gespräch mit dem Iran fürchten. Ihre einzige Logik zur Erreichung ihrer Ziele ist Krieg und Blutvergießen."

Gemeinsamer NATO-Rettungsschirm

Zum Schutz vor Bedrohung aus dem Nahen Osten, vor allem dem Iran, beschlossen die NATO-Staaten einen neuen gemeinsamen Raketenschirm. Der Schild soll in mehreren Etappen bis zum Jahr 2020 aufgebaut werden. Mehrere Staaten haben bereits ihre Beteiligung an dem Schild zugesagt, unter ihnen Polen, Spanien, Rumänien und die Türkei. So sollen in Spanien bis zum Jahr 2013 mit einem Raketenabfangsystem ausgestattete US-Militärschiffe auf einer US-Marinebasis im südlichen Rota stationiert werden. Das Kommando wird auf dem NATO-Stützpunkt im deutschen Ramstein eingerichtet. Deutschland ist außerdem zur Bereitstellung von Patriot-Raketen bereit.

Russland kritisierte die Abwehrpläne erneut als gegen sein Land gerichtet. "Nach dem heutigen Stand soll das Raketenabwehrsystem ohne Frage das Atomwaffenpotenzial Russlands neutralisieren", betonte Regierungschef Wladimir Putin in einem Film, den das russische Staatsfernsehen zeigte. "Ein Radar, das nahe unserer Grenzen installiert wird, und Raketenabwehrsysteme können unser Territorium bis zum Ural abdecken."


Sicherheitskonferenz

Bei der Münchner Sicherheitskonferenz sind neben der Schuldenkrise auch der Atomstreit mit dem Iran und der Krieg in Afghanistan weitere wichtige Themen des bis Sonntag dauernden Treffens. Zu den prominentesten Teilnehmern zählen US-Außenministerin Hillary Clinton, US-Verteidigungsminister Leon Panetta, der russische Außenminister Sergej Lawrow und NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen . Aus der Wirtschaftselite diskutieren Weltbank-Präsident Robert Zoellick , der designierte EADS-Chef Tom Enders und der scheidende Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit. Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) wird ebenfalls an der Konferenz teilnehmen.

Grafik

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