92 Prozent der Griechen sind mit Papademos unzufrieden
Langsam verliert die griechische Bevölkerung das Vertrauen in die Regierung des parteilosen Finanzexperten Lucas Papademos. Zweifelten zunächst nur 35 Prozent, so sind inzwischen 92 Prozent nicht mehr der Meinung, er könne das Land aus der Krise führen.

Foto © ReutersLucas Papademos
Die Griechen verlieren langsam ihr Vertrauen in die Regierung des parteilosen Finanzexperten Lucas Papademos. Nach einer repräsentativen Umfrage sind 92 Prozent der Befragten unzufrieden mit der Regierung Papademos. Vergangenen November zweifelten lediglich 35 Prozent daran, dass die Regierung das Land aus der Krise führen kann.
Zudem brechen die bis vergangenen November regierenden Sozialisten in der Gunst der Wähler ein. Wären am kommenden Sonntag Parlamentswahlen, würden sie nur noch fünftstärkste Kraft mit zwölf Prozent werden (2009: 44 Prozent). Die Umfrage wurde am Donnerstag in der Athener Zeitschrift "Epikaira" veröffentlicht, die Zahl der befragten Bürger wurde nicht genannt. Den Konservativen kämen auf 30,5 Prozent (2009: 34 Prozent).
Zerstrittene Linksparteien zusammen stärker als Konservative
Die Wut der Bürger gegen die etablierten großen Parteien und vor allem die Sozialisten führt zu einer Überraschung: Eine gemäßigte Linke Partei, die Demokratische Linke (DA), käme auf 13 Prozent und könnte damit zweitstärkste Partei werden. Die zerstrittenen linken Parteien Griechenlands kämen der Umfrage nach zusammen auf 38 Prozent (Demokratische Linke 13 Prozent, Kommunistische Partei 12,5 Prozent und Bündnis der Radikalen Linken 12,5 Prozent).
Papademos' Regierung wird von Sozialisten, Konservativen und einer kleinen rechtsgerichteten Partei unterstützt. Sie soll das Land nur wenige Monate führen, bis der geplante Schuldenschnitt in Höhe von 50 Prozent der griechischen Staatsanleihen und das neue Hilfsprogramm in Höhe von 130 Milliarden Euro unter Dach und Fach sind.













