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Zuletzt aktualisiert: 22.10.2011 um 20:30 UhrKommentare

Zwischen den Geschlechtern

Elevate, zwei: Im Musikprogramm verschwammen die Grenzen zwischen Mann und Frau.

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Es soll hier nicht um die Wurst gehen, aber ein interessanter Vergleich tat sich da schon auf: Kurz nachdem im ORF die Transgender-Sängerin Conchita Wurst ihre "große Chance" nutzte, trat im Dom im Berg Crazy Bitch in a Cave auf. Zwei Crossdressing-Kunstfiguren, von denen sich erstere zur reinen Witzfigur stilisiert. Hinter der Do-it-Yourself-Diva Crazy Bitch in a Cave verbirgt sich der Wiener Kunststudent Patrick Weber, der sich in seine hüftlangen Haare und ein glamouröses Papier(?)-Kostüm hüllte, komplettiert mit hohen Glitzer-Plateauschuhen und geschminkten zusammengewachsenen Augenbrauen. Die Musik: international taugliche R'n'B-Disco-Sounds zu Falsettgesang. Ergab einen spannenden und sehr sympathischen Auftritt, den leider noch nicht allzu viele Besucher verfolgt haben. Zu Planningtorock trafen die Besucher zu den perfekt abgestimmten Klängen von Umbaupausen-DJ Bad Wolf in Strömen ein. Was sie zu sehen bekamen: Ein audiovisuelles Gesamtwerk aus wiederholenden Visuals, finsteren Elektrosounds und einer tiefen, geschlechtslosen, fesselnden Stimme. Janine Rostron, so der Name der in Berlin lebenden Künstlerin, verfremdet ihr Aussehen zudem noch durch "Skull Morphing": eine Deformation von Stirn und Nase, die sie wie ein Wesen von einem anderen Stern aussehen lassen, ähnlich einer Klingonin - abstoßend und anziehend zugleich. Planningtorock lieferte Songs aus ihrem viel gelobten, aktuellen Album "W", ergänzt durch eine Coverversion der Indierocker Guided by Voices. Ein minimalistisches und faszinierendes Konzert, das gegen Ende aber etwas an Kraft verlor.

Zeit für Tapetenwechsel und einen Ausflug in die Uhrturmkasematte, die heuer von den Festivalmachern übrigens erstmals effektvoll "Dungeon", also Verlies genannt wurde. Hier baute der Franzose High Wolf ganze Landschaften aus Gitarren-Loops auf, bevor Hype Williams ein Inferno aus beinahe unerträglichem Stroboskop-Geflacker und Sample-Gewitter zündeten.

NINA MÜLLER

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