Letztes Winehouse-Album: Aus dem Nachlass der Löwin
Rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft: ein neues Album von Amy Winehouse. Mit alten und älteren Aufnahmen, die aber immerhin die großen Qualitäten der Sängerin vermitteln.

Foto © Universal
Mit zwei exzellenten Alben - "Frank" (2003) und "Back To Black" (2006) - ließ sie aufhorchen. Mit ihrem Lebensstil machte sie Schlagzeilen. Und mit ihrem tragischen Drogentod im Sommer dieses Jahres. An einem dritten Album arbeitete die Londoner Sängerin, wenn sie arbeiten konnte. Einige Demos liegen in der Schublade und harren der Bearbeitung.
Versteckte Schätze
Der Tonträger "Lioness: Hidden Treasures", der am Freitag in den Handel kommt, weist immerhin schon im Titel aus, dass er nicht das geplante Opus 3 ist. Die darauf versammelten "versteckten Schätze" sind ab 2002 entstanden, teils für die beiden erwähnten Alben, teils aus anderen Anlässen. Die jüngste Einspielung stammt aus dem März 2011 und ist die letzte vollendete Studioaufnahme: "Body And Soul" im Duett mit Tony Bennett (und heuer schon auf Bennetts "Duets II" veröffentlicht).
Die älteste Aufnahme, ursprünglich für das Debüt "Frank" gedacht, eröffnet den Songreigen: "Our Day Will Come", 1963 ein Hit für Ruby & The Romantics, seither unzählige Male gecovert (u. a. von Bobby Vinton, den Supremes, Cher und k. d. lang). Aus der Frühzeit stammen auch "Best Friends", "Halftime", eine Version von Carole Kings "Will You Still Love Me Tomorrow" und Antônio Carlos Jobims Bossa-Nova-Etüde "The Girl From Ipanema", die allererste Zusammenarbeit der 18-Jährigen mit Produzent Salaam Remi.
Klassiker von Leon Russel
"Between The Cheats" schrieb Amy Winehouse 2008 und wurde von Remi bereits im Hinblick auf ein Nachfolgealbum des weltweit fast 13 Millionen Mal verkauften "Back To Black" produziert. Im nämlichen Jahr entstand auch "Like Smoke", ein Duett mit Rapper Nas. Aus 2009 datiert schließlich der intensivste Beitrag der Nachlass-Lese: "A Song For You". Stimme und Gitarre sind die minimalen Zutaten, mit denen hier Leon Russells unsterbliche Liebesballade (wer hat sie eigentlich noch nicht gesungen?) maximal interpretiert wird.
Zu hören sind weiters "alternative takes" von Liedern, welche man von der letztlich so verletzlichen "Löwin" schon kennt: "Valerie", "Wake Up Alone" und "Tears Dry On Their Own". Fazit: Keine Leichenfledderei.













