"Ein neues steirisches Selbstbewusstsein"
Ines Furtlehner und Johann Steinegger, also die Frontfrau und der Rhythmusgitarrist von Inez, sprechen über äußere und innere Einflüsse, Instant-Formate im TV und die Freude an selbst bestimmtem Schaffen.

Foto © Mirja GehJohann Steinegger und Ines Furtlehner
Wieso macht ihr Musik?
Ines Furtlehner: Musik ist wichtig für mich. Ich denke wir machen das nicht, um cool zu sein, sondern um Menschen zu berühren, um unsere Erfahrungen zu teilen und auch mal, um uns mit Leuten zu solidarisieren, denen es nicht so gut geht.
Hansi Steinegger: Zuletzt haben wir im Rahmen einer "Pink Ribbon"-Veranstaltung der Caritas gespielt. Das macht Spaß und ist sinnvoll! Klarerweise haben wir aber auch nichts gegen bezahlte Auftritte (lacht).
War die soziale Ader innerhalb der Band immer so ausgeprägt?
Ines Furtlehner: Nein. Aber ich bin mit unserer Entwicklung sehr glücklich. Es hat eine Zeit gegeben, wo ich mit erhobenem Zeigefinger unterwegs war und zugleich wenig Gefühl für meine Umgebung hatte. Das ist aber schon einige Jahre her. Eine Krankheit hat mich sensibilisiert. Ich habe nach dieser Zeit auch eine Weile bei Indianerstämmen in Nordamerika verbracht. Zudem bin ich Mutter geworden. All diese Erlebnisse prägen natürlich.
Wir würdet ihr eure Musik beschreiben?
Ines Furtlehner: Der Begriff Singer/Songwriter trifft auf uns sicher zu. Wir machen Popmusik. Die Einflüsse reichen von Carole King über David Gray bis zu Ryan Adams, würde ich sagen.
Hansi Steinegger: Ines bringt sich am stärksten ein. Von ihr kommen die meisten Ideen für Songs, ihr Klavierspiel prägt unseren Stil sehr. Die gleiche Band tritt aber auch unter dem Namen "Miss Bliss" auf. Da wird dann eine härtere Schiene gefahren. So können wir uns musikalisch in einem breiteren Spektrum bewegen und bleiben den unterschiedlichen Stilen treu.
Ines Furtlehner: Ich bin außerdem Backgroundsängerin bei Opus, Hansi spielt noch in der Lagerfeuer Kombo. Wir alle machen unterschiedliche Sachen. Bei Inez geht es halt eher um ruhige Songs, oft schwingt Melancholie mit.
Hansi Steinegger: Aber auch hier gibt es Veränderungen. Unser erstes Album war gut produziert, aber sehr sauber und statisch. Wir wollen auf unserer nächsten Platte dynamischer werden, das "Live-Gefühl" soll besser rüberkommen.
Wann wird das nächste Album erscheinen?
Ines Furtlehner: Vielleicht schon im Frühling 2010. Wir haben genug Material beisammen, jetzt müssen wir noch eine Auswahl treffen. Wir wollen auch versuchen, in Deutschland besser Fuß zu fassen. Je weiter man von Zuhause weg ist, desto interessanter wird man offenbar für die Leute. Das wollen wir ausnutzen.
Hansi Steinegger: Ja, das ist wirklich so. Das merken wir schon, wenn wir nur nach Tirol fahren, um zu spielen. Man ist einfach ein bisschen exotisch, die Leute scheinen dir dann besser zuzuhören.
Wie hat sich das Musikgeschäft in den letzten Jahren verändert?
Hansi Steinegger: Ich denke, Musik machen ist schwieriger geworden. Die technische Entwicklung hat es für Viele möglich gemacht, zu produzieren. Daher ist auch der Qualitätsanspruch gestiegen. Früher musste man viel mehr Geld und Geduld aufbringen.
Ines Furtlehner: In der Steiermark gibt es ein neues Selbstbewusstsein. Da passiert viel Gutes. Wien ist viel glatter. Ich glaube, dass die Ausseer Hardbradler da Pionierarbeit geleistet haben. Die haben sich nie den Mund verbieten lassen. Sowas färbt ab, macht Mut.
Hansi Steinegger: Zugleich gibt es auch abschreckende Beispiele. Ich meine damit Formate wie Starmania. So etwas ist meiner Meinung nach völlig entbehrlich, ja verantwortungslos. Da wird jungen Menschen vorgegaukelt, sie könnten Stars werden. Wenn die Show vorbei ist, werden sie verheizt und dann einfach fallen gelassen. Dabei gäbe es auch dort durchaus Künstler mit Potential.
Ines Furtlehner: Ja, die tun uns Leid. Es wäre besser, einfach selbstständig zu arbeiten. Man darf nicht warten, bis irgendwas passiert, man muss selbst aktiv werden. Zuerst sollte man sich aber überlegen, was man will. Ich wollte immer von der Musik leben. Das kann ich jetzt, auch wenn ich nicht reich bin. Gut Ding braucht Weile!
Hansi Steinegger: Nicht immer. In der Musik ist alles möglich.
Wir danken fürs Gespräch.
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Zur Band
INEZ sind:
Martin "Matzi" Schuster (guit)
Johann "N.C." Steinegger (guit)
Erich Buchebner(bass)
Chris Stolz(drums)
Ines "Miss Bliss" Furtlehner (voc)















