Roberto Alagna: Verrückt, aber mit Passion
Startenor Roberto Alagna (48) gibt heute einen Liederabend an der Wiener Staatsoper. Mitgebracht hat er seine Frau Angela Gheorghiu und die neue CD "Pasión".

Foto © APAStartenor Roberto Alagna
S ie haben Ihre Frau, die Sopranistin Angela Gheorghiu, nach Wien mitgebracht?
ROBERTO ALAGNA: Ja, wir feiern nämlich den 20. Jahrestag unseres Kennenlernens in Covent Garden. Eben hat sie mir ein Frühstück zubereitet. Wer hat schon das Glück, von einer so wunderbaren Diva ein Frühstück zu bekommen?
Und Sie haben sicher auch ein Geschenk für sie vorbereitet?
ALAGNA: Ja, mich. Auf meiner CD "Pasión" habe ich ihr eine Liebeserklärung gemacht, mit dem Titel "Historia di un amor", den der Komponist zum Tod seiner Schwägerin geschrieben hat. Ich habe das Lied neu getextet, als Liebesduett. In diesem Fall singt es Lila Downs mit mir. Aber gedacht ist es für Angela.
Sie sind sehr leidenschaftlich. Wie geht es Ihnen denn, wenn Sie etwa den Rodolfo in "La Bohème" singen und seine Mimi stirbt?
ALAGNA: Da treffen Sie einen wunden Punkt meines Lebens. Meine erste Frau hatte einen Gehirntumor. Sie starb wie ein kleiner Vogel. Ich erinnere mich noch heute, wie ich an ihrem Totenbett saß und den Rhythmus ihres Herzschlages hörte. In einem gewissen Moment sagte ich: "Drei Mal noch." Und so war es. Der Schock war so tief, dass ich über lange Zeit weder singen noch sprechen konnte. Und just den Rodolfo zu singen, war mir über lange Zeit auch nicht möglich.
Sie haben einmal gesagt: "Das Leben ist gefährlich. Ich liebe die Gefahr. Ich bin verrückt!" Warum?
ALAGNA: Wenn ich neue Partien sang, wurde ich oft gefragt: "Ist das nicht gefährlich? "Wenn er so weiter macht, ist er in fünf Jahren kaputt." Darauf habe ich geantwortet: "Das ganze Leben ist gefährlich. Aber ich liebe das Leben. Und somit ist es okay." Ich singe jetzt seit 28 Jahren. Nicht schlecht für einen Verrückten.
Pläne für Wien und Salzburg?
ALAGNA: An die Staatsoper komme in der nächsten Saison für "Ballo in Maschera", "Carmen" und "Werther". Salzburg musste ich für den "Bajazzo" zu Ostern 2013 leider absagen, weil der Termin bereits vergeben war. Mein Dilemma: Oft kommen tolle Angebote und ich bin nicht frei. Woody Allen wollte mich zuletzt für den Film "The Bop Decameron", den er in Rom drehte. Wieder keine Termine. Einem Woody Allen abzusagen - das hat schon besonders geschmerzt. INTERVIEW: LUIGI HEINRICH
Solistenkonzert: Robert Alagna mit Pierre Vallet (Klavier). Heute, 20 Uhr, Staatsoper Wien. Karten: Tel. (01) 513 1 513. www.wiener-staatsoper.at












