Grippewelle: Krebsoperation musste verschoben werden
Die Neue Grippe hält das Land in Atem. Im LKH Graz musste sogar die Operation einer Krebspatientin abgesagt werden, da kein Intensivbett mehr frei war.

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Die Grippewelle hat das Steirerland voll erfasst. Sorgen bereitet den Medizinern vor allem die Neue Grippe ("Schweinegrippe"), an der in den hiesigen Spitälern laut Gesundheitsressort aktuell 20 Patienten laborieren. Darunter befinden sich auffallend viele Personen, die nicht zur Risikogruppe der chronisch Kranken gehören. Heuer war in Graz ein Todesfall zu beklagen, in der gesamten Grippesaison waren es bereits drei. Am LKH Graz sind derzeit zwei junge Männer derart schwer erkrankt, dass sie "einen maschinellen Lungenersatz benötigen", schildert Helfried Metzler, Leiter der Abteilung für Allgemeine Anästhesie und Intensivmedizin. Dabei werde das Blut außerhalb des Körpers mit Sauerstoff versorgt. Sein Fazit: "Die Situation ist wegen H1N1 (Grippevirus, Anmerkung) angespannt."
Wie angespannt, das musste zuletzt eine Krebspatientin unfreiwillig erfahren. Die Ärzte der Frauenklinik konnten ihre Operation nicht durchführen: Das im Anschluss an den schweren Eingriff notwendige Bett auf der Intensivstation war nicht mehr frei. Ein Grippepatient hatte es noch notwendiger gebraucht.
Die Krankenhausführung bestätigt diesen Vorfall. Und Klinikleiter Metzler, seines Zeichens "Herr" über 51 operative Intensivbetten im Landeskrankenhaus, steht nicht an, sich bei der Betroffenen zu entschuldigen. Freilich kann er für den akuten Engpass nichts. Die Versorgung der akuten Neue-Grippe-Patienten ist nun einmal platzintensiv und zeitaufwendig. "Es gibt Fälle, wie etwa aus der Frauenklinik, für die ein oder zwei Tage lang ein Bett benötigt wird. Bei H1N1 können es wiederum sieben oder mehr Tage sein", erklärt Mediziner Metzler. Nachsatz: Man versuche natürlich im Zuge des Kooperationsprogramms mit anderen Landeskrankenhäusern, auch Patienten dorthin zu verlegen. Das ist bei allen (schweren) Fällen jedoch nicht möglich.
Laut Spitalsärzten haben sich die beiden jungen Männer, die derzeit mit den Folgen der Neuen Grippe zu kämpfen haben, in der Steiermark angesteckt. Es dürfte sich hier um eine vergleichsweise aggressive Form handeln, meint man im LKH.
Im Gesundheitsressort des Landes weist man darauf hin, dass sich die Steirer weiterhin gegen Grippe impfen lassen können. Den Impfstoff gibt es in jeder Apotheke, jeder niedergelassene Arzt kann impfen.
In der Vorwoche haben sich laut Steiermärkischer Gebietskrankenkasse 5868 Steirer mit grippalen Infekten sowie echter Grippe (296 Fälle) krankgemeldet. Das waren um 23 Prozent mehr als in der vorangegangenen Woche.






