800.000 Menschen in Pakistan von Hilfe abgeschnitten
Diese Menschen befänden sich in Gegenden, die nur über den Luftweg zu erreichen seien, erklärte das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA). "Wir brauchen dringend mehr Hubschrauber."
Pakistan: Hunger und Krankheiten breiten sich aus
In den pakistanischen Überschwemmungsgebieten sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen 800.000 Menschen von der Hilfe abgeschnitten. Mindestens 40 Schwerlasthubschrauber seien nötig, "um die große Zahl zunehmend verzweifelter Menschen mit lebensrettenden Hilfsgütern zu versorgen", sagte Marcus Prior vom UNO-Welternährungsprogramm (WFP) laut der Erklärung des OCHA.
"Diese beispiellosen Überschwemmungen stellen uns vor beispiellose logistische Herausforderungen", sagte der UN-Vizegeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten und die Koordinierung von Nothilfe, John Holmes, der Erklärung zufolge. "Das erfordert außerordentliche Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft."
Weitere Überschwemmungen möglich
Von den Ende Juli begonnenen Überschwemmungen in Pakistan sind 20 Millionen Menschen betroffen. Fünf Millionen Menschen verloren ihre Häuser. Mindestens 1.500 Menschen starben. Die Behörden warnten vor weiteren Überschwemmungen vor allem im Süden des Landes.
Spendenaufruf erhöht
Angesichts der dramatischen Ausmaße der Flut in Pakistan hat das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) seinen Spendenaufruf auf insgesamt 120 Millionen US-Dollar (95,2 Mio. Euro) revidiert. Die Soforthilfe wird vor allem für die von der Flut betroffenen pakistanischen Binnenvertriebenen und für afghanische Flüchtlinge in den Provinzen Belutschistan (Baluchistan), Khyber Pakhtunkwa, Sindh und Süd-Punjab benötigt. Noch immer fehlt vielen das Nötigste zum Leben, wie das UNHCR in einer Aussendung betont. Aus Sindh berichten UNHCR-Mitarbeiter von 700.000 Menschen, die Zuflucht in 1.800 öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Krankenhäusern finden konnten. Anhaltende Regenfälle bedrohen weitere Distrikte wie Shahdadkot, wo einst 350.000 Menschen lebten.
In Khyber Pakhtunkwa wurden 13 von landesweit insgesamt 16 Siedlungen von afghanischen Flüchtlingen zerstört. In Belutschistan steigt das Wasser weiter an, viele Betroffene sitzen auf den Dächern ihrer Häuser fest oder andere wollen bleiben, um das Verbliebene vor Plünderern zu schützen. Die hohe Zahl der Flutopfer insgesamt stellt UNHCR vor enorme logistische Herausforderungen; ebenso der Zugang zu den teils völlig abgeschnittenen Gebieten. Laut Regierungsangaben sind von den Auswirkungen der Flut mehr als 20 Millionen Menschen betroffen; UNHCR liegen Zahlen vor, wonach 1.600 Personen ums Leben gekommen und mehr als drei Millionen obdachlos geworden sind. Schätzungen gehen von insgesamt etwa sechs Millionen dringend Schutzbedürftigen aus. 450.000 Häuser wurden von der Flut beschädigt oder vollkommen zerstört. Ackerland und Straßen sind zum Teil nicht mehr existent.
Mit dem neuen Aufruf verfolgt UNHCR das Ziel, Unterkünfte für zwei Millionen Menschen möglich zu machen und eine weitere Million Haushalte mit dem Nötigsten zu versorgen.









