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Zuletzt aktualisiert: 09.12.2011 um 13:26 UhrKommentare

Klima-Allianz gesucht

Kurz vor dem Abschluss des UN-Klimagipfels zeichnet sich in den Kern-Punkten kein Durchbruch ab. "Die Zeit in Durban ist nun wirklich knapp geworden. Es bleiben nicht mehr viele Stunden", heißt es. Eine Lösung scheint nicht in Sicht.

Foto © APA

Trotz einiger Bewegung gab es weder bei dem EU-Mindestziel eines Fahrplans zu einem Weltklima-Vertrag noch beim Klimafonds für Entwicklungsländer bisher grünes Licht. "Erfolg und Scheitern hängen an einer Handvoll Staaten, die sich noch nicht zu einem Fahrplan bekannt haben", sagte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard am Freitag im südafrikanischen Durban. "Die Zeit in Durban ist nun wirklich knapp geworden. Es bleiben nicht mehr viele Stunden." Ähnlich äußerte sich Umweltminister Niki Berlakovich (V): "Die Situation ist sehr angespannt".

Hedegaard bezog sich damit auf China, Indien oder Brasilien, die großen Schwellenländer, sowie auf die USA. Während die EU zusammen mit zahlreichen Entwicklungsländern auf dem Weg zu einem international verpflichtenden Abkommen bis 2015 weiter kommen will, zeigten die großen Treibhaus-Gasproduzenten der Erde wenig Bewegung. China hatte zwar erstmals signalisiert, dass man sich einem international verpflichtenden Abkommen anschließen könnte. Das Land ließ aber im Unklaren, ob es auch eigene Kohlendioxid(CO2)-Minderungsziele darin verankern würde. Die beiden größten CO2-Produzenten China und die USA belauern sich hier als große Wirtschaftsmächte gegenseitig.

In Kraft 2020?

Die EU strebt das Bekenntnis aller an, bis 2015 einen Klimavertrag abzuschließen, der spätestens 2020 in Kraft treten soll. Wie schon in den Klimakonferenzen 2009 in Kopenhagen und 2010 im mexikanischen Cancun besteht die EU aber auf Beiträge der Schwellenländer und der USA. In diesem Fall würde sie auch ihr internes Ziel einer CO2-Reduktion von 20 Prozent auf 30 Prozent aufstocken. Auch der Klimavertrag von Kyoto, der 2012 ausläuft, könnte so weiter geführt werden. Ihm haben sich bis auf die USA zwar die meisten großen Staaten der Erde angeschlossen, allerdings waren darin Klima-Auflagen nur für Industrieländer verankert. Russland und Kanada haben bereits angekündigt, sie hätten an einer Verlängerung kein Interesse.

Optimistischer hatten sich zuletzt die Staaten über den in Kopenhagen bereits im Grundsatz beschlossen Klimafonds geäußert: Dieser soll ab 2020 mit jährlich 100 Milliarden Dollar ausgestattet sein und den Entwicklungsländern die Anpassung an den bereits eingetretenen Klimawandel mit mehr Fluten, Stürmen und Dürren ermöglichen. Allerdings gibt es auch hier Gerangel um den Sitz der Einrichtung, seine genaue Finanzierung und die Projekte, in die das Geld fließen soll. In deutschen Delegationskreisen hieß es, auch die Debatte um den Fonds werde in die Schlussverhandlungen eingebracht und könne mit Fortschritten in den übrigen Fragen verbunden werden.

Letzte UN-Berichte zum Klimawandel zeigen, dass sich das Problem schneller verschärft als erwartet: 13 der vergangenen 15 Jahre haben Wärmerekorde seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet. Um den Klimawandel beherrschbar zu halten, darf nach Auffassung der UN-Experten die Temperatur auf der Erde im Durchschnitt nur um zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit steigen. Dies gilt bereits jetzt als praktisch kaum noch erreichbar.






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