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Zuletzt aktualisiert: 27.01.2012 um 12:53 UhrKommentare

Mediziner: "Burnout ist keine Modeerkrankung"

Der Begriff "Burnout" stehe zwar immer wieder in den Schlagzeilen, die Informationslage sei aber schlecht. Der neu gegründete Verein "Burn Aut" will nun zu einem seriösen öffentlichen Diskurs beitragen.

Foto © Fotolia: RRF

Hyperaktivität und Bereitschaft zu unbezahlten Überstunden - so kann sich ein Burnout am Anfang äußern. Fast alle Berufsgruppen sind betroffen. Der Begriff "Burnout" stehe zwar immer wieder in den Schlagzeilen, die Informationslage sei aber schlecht, kritisierte Michael Musalek, ärztlicher Direktor des Anton Proksch Instituts, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Der neu gegründete Verein "Burn Aut" will nun zu einem seriösen öffentlichen Diskurs beitragen. Er fordert zudem die zahlenmäßige Erfassung der Betroffenen.

Ausgelaugt

Wer vom Burnout betroffen ist, fühlt sich ausgelaugt und kann die gewohnte Leistung nicht mehr erbringen. Zumindest hat der Betroffene selbst diesen Eindruck. Auch gegenüber den Menschen, mit denen er arbeitet, hat der Erkrankte eine negative Einstellung, erklärte der Neurologe Wolfgang Lalouschek. Abhängig sei dieses "hochkomplexe Phänomen" von der psychischen Verfassung des Betroffenen und von den Arbeitsbedingungen. Nicht jeder, der Symptome hat, sei aber schon krank, betonte Musalek. Werden diese ersten Anzeichen - dazu gehören Hyperaktivität und die Bereitschaft zu unbezahlter Mehrarbeit - richtig eingeordnet, sei eine Behandlung gar nicht notwendig. In diesem Fall reiche eine Änderung beim Arbeits- und Erholungsverhalten aus.

In einer späteren Phase könne man aber sehr wohl von einer Krankheit sprechen. Eine Therapie müsse dann eine medizinische Komponente haben, sagte Lalouschek. Zum Erfolg können aber auch eine Psychotherapie oder ein Coaching führen. Der schwierigste Teil der Behandlung ist die Neugestaltung des Lebens, waren sich die Mediziner einig. Wichtig sei es, auch die Angehörigen in die Therapie einzubeziehen, da dieses Leiden Auswirkungen auf das soziale Umfeld der Betroffenen hat.

Der Verein "Burn Aut" möchte sich in Österreich als Kompetenzzentrum für Arbeitsqualität und Burnout etablieren und eine Plattform sein, die interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht. Am 27. und 28. Jänner findet im Wiener Palais Ferstel das Symposium "Burnout - Ursachen und Folgen" statt.


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