Personalisierte Medizin: Der Weg zu einem besseren Gesundheitswesen
Die "Personalisierte Medizin" als Heilkunde auf der Basis individueller molekularbiologischer Untersuchungen ist teils bereits Realität.
Dies gilt zum Beispiel für Teile der Krebsmedizin, zu einem Gutteil bei der Behandlung von HIV-Infektionen und auch in der Dermatologie. Dies erklärten am Freitag internationale Spezialisten beim Symposium zu diesem Thema der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Wissenschaften "Leopoldina" in Wien (12. bis 14. Jänner).
Philipp Heitz, emeritierter Professor für Pathologie der Universität Zürich: "Ich würde den Begriff 'Präzisionsmedizin' bevorzugen. Diese 'Personalisierte Medizin' bietet einen strukturellen Ansatz für mehr Qualität im Gesundheitswesen bei tragbaren Kosten."
Wirkung und Nebenwirkung
Ein Beispiel: Wirkung bzw. Nebenwirkungen von Arzneimitteln, die von Mensch zu Mensch dramatisch unterschiedlich sein können. Der Pathologe: "Das Nichtansprechen von Patienten auf häufig verschriebene Medikamente kann eine Rate von 40 bis 75 Prozent (je nach Krankheit, Anm.) aufweisen. Bei den Antidepressiva sind es 38 Prozent der Patienten, die nicht ansprechen, bei Krebs 75 Prozent."
Hier soll die molekularbiologische, ganz genaue Klassifizierung der beim einzelnen Erkrankten vorliegenden Erkrankungsform bedeutende Fortschritte bringen. Heitz: "Auf der anderen Seite gibt es in den USA (pro Jahr, Anm.) zwei Millionen Spitalsaufnahmen wegen Arzneimittel-Nebenwirkungen." Die individuelle Metabolisierung von Wirkstoffen, deren von Mensch zu Mensch unterschiedliche Transportrate im Körper sowie die zumeist nicht gleichen Ansatzpunkte für Arzneimittel-Substanzen bewirken diese Unterschiede. Wer hier eine genauere Charakterisierung der Patienten erreicht und gleichzeitig die Therapie "maßschneidern" kann, würde hier den Sieg davon tragen.
Dies könnte schneller erfolgen, als man als Utopie meinen könnte. Der Schweizer Experte: "Eine Sequenzierung des gesamten Genoms eines Menschen um 1.000 US-Dollars ist 'ante portas'. (...) Die FDA (US-Arzneimittelbehörde, Anm.) hat bereits einen Test für 29 Varianten des Cytochrom-Enzym-Gens (verantwortlich für die unterschiedliche Verstoffwechselung von Arzneimitteln, Anm.) zugelassen. Diese Mutationen betreffen de Stoffwechsel von 25 Prozent der häufig verschriebenen Medikamente." Das ließe eine enorme Verbesserung der Relation zwischen Wirkung und Nebenwirkungen von Arzneimitteln zu.



















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