Tinnitus: Welche Therapien helfen
Wenn das Ohr pfeift: Welche Therapien heute wirken - und wie der Tinnitus mithilfe anderer Geräusche verdrängt werden kann.

Foto © Fotlia: Vladimir Voronin
Vor allem zu den Weihnachtsfeiertagen war es wieder so weit: Tinnitus-Alarm. Tilman Keck, Vorstand der Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Krankenhaus der Elisabethinen: "Stress als Tinnitus-Auslöser ist zwar weder entkräftet noch bestätigt - aber in Zeiten emotionaler Belastung wie zu Weihnachten kommen auf einmal die fittesten Leute mit einem Tinnitus." Bis zu 10 Prozent der Österreicher sollen mit diesen Ohrengeräuschen zu kämpfen haben. Die Hintergründe, warum es dazu kommt, sind noch immer nicht ganz geklärt.
Technik gegen Tinnitus
Lärmschädigung, Grippe, Ohrentzündungen oder Membranstörungen können einen Tinnitus verursachen. Bei rund 60 bis 70 Prozent der Patienten ist die Behandlung auch erfolgreich. Keck zählt mehrere Therapien auf: Medikamente, Infusionen oder Cortison. Hilft alles nichts und ist die tägliche Lebensgestaltung stark beeinträchtigt, wird auch eine Behandlung mit Antidepressiva in Erwägung gezogen. "Damit der Patient aus der Panik und der Angst vor der Krankheit und ihren Folgen herauskommt", sagt Keck, der in schweren Fällen auch ein sogenanntes Retraining-Konzept empfiehlt.
Dabei soll mithilfe verschiedener Maßnahmen gelernt werden, den Tinnitus weniger intensiv wahrzunehmen - und der Erkrankung weniger Bedeutung zu schenken. Beratung und Aufklärung gehören genauso zu diesem Programm wie psychologische Betreuung oder das Erlernen von Entspannungstechniken und technische Therapien, etwa mithilfe von Hörgeräten. Dabei versucht man, den Tinnitus mit anderen Geräuschen zu verdrängen. Die Mediziner setzen ein so- genanntes Maskierungsgeräusch ein. Ein positiv besetztes also, wie Wellenrauschen. Keck: "So soll ein möglichst positiver Eindruck im Gehirn geschaffen und der laute Tinnitus in den Hintergrund gedrängt werden. Die Retraining-Behandlungen dauern Monate, manchmal sogar Jahre."
Features
Tinnitus
Ein subjektives oder objektiv überprüfbares Ohrgeräusch. Das kann Pulsieren, ein Pfeifen, ein Wellen- oder Windrauschen sein. Manchmal kann es auch zu einer Verlagerung in den Kopfbereich kommen.
In 60 bis 70 Prozent der Fälle ist die Behandlung erfolgreich.



















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