"Schade, dass so wenig Frauen in Führungspositionen sind"
LKH-Pflegedirektorin Christa Tax kennt die Gründe.
Frau Direktor, Sie sind in einer der Top-Führungspositionen des Landes. Wie beurteilen Sie die aktuelle Personalrochade am Klinikum? Es sind ja kaum Frauen darunter.
CHRISTA TAX: Bei uns im Pflegebereich haben wir 91 Prozent Frauen und 9 Prozent Männer. Dass es innerhalb der Ärzteschaft nicht so ist, ist natürlich schade. Aber es ist eben generell so, dass wenige Frauen in Führungspositionen sind.
Warum ist das immer noch so?
TAX: Der größte Hemmfaktor ist die Familie. Entweder die Frauen schaffen es vor Gründung einer Familie, oder es wird schwierig. Man muss sich ja auch klarmachen, dass eine Führungsposition kein Acht-Stunden-Job ist. Da braucht es Flexibilität. Ich glaube, dass das Alter gerade beim Berufsbild des Ärztlichen Leiters eine Rolle spielt: Das ist eine Lebensphase, wo sich Frauen extrem schwer tun.
Sie haben selbst auch Familie, wie funktioniert das bei Ihnen?
TAX: Ich habe ein Kind und war nur sehr kurz in Karenz. Ich wollte diese Führungsrolle immer, habe das sehr konsequent verfolgt. Mir hat das immer unheimlich Spaß gemacht.
Worin liegen in der Führungsrolle die größten Unterschiede zwischen Männern und Frauen?
TAX: Männer sind meiner Meinung nach die besseren Netzwerker, und Netzwerke werden am besten am Abend gesponnen. Da tun sich Männer einfach leichter. Frauen sind aber definitiv die besseren Teamplayer.
Was macht Ihnen persönlich am meisten an der Spitzenposition Spaß?
TAX: Ich hatte selbst fast immer großartige Führungskräfte, da bekam ich einfach Lust aufs Führen von Mitarbeitern. Genau das will ich auch vermitteln.











