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Zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 um 11:14 UhrKommentare

Was haben Sie sich dabei gedacht, Herr Kurzmann?

Zuerst streicht er Radfahrtraining für Volksschüler, dann lässt er - mitten zur Feinstaub-Hochzeit - alte Taxis weiter im Verkehr: Umwelt- und Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann (FPÖ) stellt sich der Kritik.

Gerhard Kurzmann, FPÖ

Foto © ReutersGerhard Kurzmann, FPÖ

Sie streichen nun das Radfahrtraining für 600 Grazer Volksschüler. Eltern sind empört. Was haben Sie sich dabei gedacht, Herr Kurzmann?

GERHARD KURZMANN: Dazu ist schon alles gesagt worden. Ich setze die Sparvorgaben der Landesregierung um. Und seien wir ehrlich: Es gibt Bereiche, die viel stärker betroffen sind.

Welche?

KURZMANN: Der Sozialbereich.

Der fällt nicht in Ihr Ressort. Kritiker werfen Ihnen vor, Jahres-Autobahnvignetten zu fördern und kein Geld für Kinder zu haben.

KURZMANN: Ich schrecke vor Kritik nicht zurück, sonst wäre ich nicht in die Politik gegangen. Aber politische Entscheidungen sind zur Kenntnis zu nehmen.

Warum haben Sie Gratis-Vignetten unterstützt?

KURZMANN: Dabei ist es mir um die Verkehrssicherheit gegangen.

Man könnte auch fragen, ob Ihnen Autofahrer als Verkehrslandesrat wichtiger sind als Radfahrer, Fußgänger oder Öffi-Nutzer?

KURZMANN: Nein, ich habe auch S-Bahn-Karten gefördert und bin selber leidenschaftlicher Fußgänger und Radfahrer.

Themenwechsel: Scharf kritisiert sind Sie diese Woche auch dafür worden, die Fahrverbotsfrist für alte Taxis von 1. Februar auf 1. März verschoben zu haben - bei fast täglichen Meldungen zur Überschreitung der Feinstaubgrenze. Warum?

KURZMANN: Die geografische Kessellage kann ich nicht verändern. Ich halte mich an das Programm der Landesregierung und suche nach langfristigen Verbesserungen, basierend auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und in Beratung von 50 Experten.

Haben die Ihnen dazu geraten?

KURZMANN: Nein, das war meine politische Entscheidung. Die grüne Propaganda stimmt nicht. Die Wirtschaftskammer hatte Bedenken geäußert und ich erachte es nicht als Sinn, in einer Wirtschafts- und Finanzkrise den Standort Graz zu gefährden.

Problemfelder Feinstaub, Umweltzone, grüne Welle: Leiden Sie unter Ihren Ressorts für Verkehr und Umwelt eigentlich schon?

KURZMANN: Nein, ganz im Gegenteil, ich freue mich, dass ich mitregieren darf. Und das Sozialressort, wo wir gute Politik machen würden, behalte ich im Auge.

Wann kommt nun eigentlich die grüne Welle?

KURZMANN: Im Mai/Juni liegen die Ergebnisse vor, dann optimieren wir Ampelschaltungen. Die grüne Welle kommt.

JULIA SCHAFFERHOFER

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