Schiefe Laterne, Graz
Etwas mehr als ein Wirtshaus: In der "Schiefen Laterne“ passiert Aufregendes.
Wieder a richtiges Wirtshaus“, so steht?s im Internetauftritt, soll die "Schiefe Laterne“ werden. Zuletzt wurde das Traditionslokal ja schneller auf- und zugesperrt, als man braucht,umsich ein hartes Ei zu kochen. Jetzt will Inhaber Günther Plattner ("Carl“) für mehr Stabilität in der Stube sorgen, und wenn er seinen jungen Küchenchef Thomas Seifried (26) hält, könnte das echt was werden. Obwohl: ein Wirtshaus eher nicht (auch wenn man vom Servierpersonal recht jovial begrüßt wird).
Denn Wirtshausküche ist das nicht, was Seifried macht, auch preislich nicht: Die perfekt gebratenen Jakobsmuscheln mit würzigem Lardo und zartem Kürbis- Apfelchutney etwa kosten 15,50 Euro. Aber dafür schmecken sie auch richtig super, detto der sensationell zarte rosa Kalbstafelspitz mit gebackenem Kalbsbries, Austernpilzen, Kürbis und frischen Kräutern (15,50 Euro). Zur geschmorten Lammkeule (22 Euro) gab?s ein schönes Safterl, tolle Sellerie-Currycreme und einen hochtrabend "Auberginen-Caviar“ genannten Gemüsematsch, zum Seesaiblingsfilet (21 Euro) intensives Erbsenpüree, mollige Rhonen-Erdäpfel- Blinis und eine elegante Lavendelsauce. Üppigst fiel die Ricottatarte mit zweierlei Kaffee und karamellisierter Birne aus (9 Euro). Originell: Zum geschmolzenen Ziegenkäse wurden nicht nur warme Heidelbeeren, sondern auch rohe Kürbiswürfel serviert (10 Euro). Bleibt nur eine zentrale Frage offen:Wieso kriegt man in der Laterne bei der Frage nach der Weinkarte nur das Mäpplein mit den offenen Kredenzen offeriert – wo doch das Internet so viele schöne Flaschenweine auflistet?
UB















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