Grossauer, der Schnitzelkönig von Graz
Mit dem "El Gaucho" in der Landhausgasse wird Franz Grossauer mit seinem Clan sein zehntes Lokal eröffnen. Die Geschichte eines Grazer Gastro-Imperiums.

Foto © LeodolterFranz Grossauer krönt sich mit seinem zehnten Lokal zum Gastro-König der Stadt
Am Anfang war ein Satz. "Schwammerl, bitte melden - frischer Messespitz eingelangt", dröhnte es in den 1980ern aus den Lautsprechern am Freigelände der Grazer Messe. So pries Franz Grossauer seinen Haselnuss-Schnitten-Spitz an. Und der "Schnitzelkönig", als der er auch auf der Messe bekannt wurde, etablierte 1985 mit dem "Winzerhaus" eines seiner ersten gastronomischen Event-Standbeine - ebenfalls am Jahrmarktareal.
Imperium
27 Jahre später steuert das Familienoberhaupt, das über seine Kellner-Lehre beim Ohnime in Mariatrost in die Branche eingestiegen ist, mit seinem Clan auf die Eröffnung des zehnten Lokals im Grossauer-Imperium zu. Auch diesmal schreckt er nicht vor einem schwierigen Standort zurück. Er will sein Steakhouse "El Gaucho" in den noblen Räumen des einstigen Iohan in der Landhausgasse eröffnen. Dort hat ja Boutiquenbesitzer Heinz Steinberger den Grazern vor Jahren gezeigt, was Stil ist und wie - damals - die Zukunft der gehobenen Gastronomie ausgesehen hat. Doch in Folge baute Steinbergers Pächter Konkurs, blieb im Iohan die Küche kalt.
Dass die Grossauers den Gewölbe-Saal im Landhaus auch zum Erfolgslokal machen können, zeigt die Geschichte der letzten zehn Jahre. Da hat er mit dem Glöckl-Bräu ein brummendes Bierhaus ins "Bermuda" gestellt, hat mit Sohn Robert die renommierte Gösser in der Neutorgasse am Tiefpunkt übernommen und wieder ins Laufen gebracht und hat auch das umgebaute Schloßberg-Restaurant übernommen. Das ist nach Anfangsschwierigkeiten jetzt mit seiner Tochter Herti und deren Lebensgefährten Christof Widakovich eindrucksvoll auf Kurs.
In Familienhand
Doch die Grossauers tanzen noch auf vielen Hochzeiten mehr. Vor einem halben Jahr haben sie das Restaurant beim Hauptbahnhof (Puntigamer Stüberl) übernommen. Er schupft die Gastronomie in der Auster in Eggenberg, in den Freibädern Augarten und Straßgang, hat sein Stammhaus, das Café Grossauer in der Kalvarienbergstraße, versorgt als "Schnitzelkönig" hungrige Fans etwa bei Nova Rock, "tourt" durch Norditalien und tischt sogar beim Münchner Oktoberfest Steirerkost auf. Und gemeinsam mit der Kleinen Zeitung hat er das "ackern" zu dem Sommerfest in Graz gemacht.
Mit dem "El Gaucho", in dem er argentinische Steaks vom Grill bieten will, geht er einen neuen Weg. Dass das Konzept funktioniert, weiß Sohn Michael schon. Denn er führt in Baden bei Wien seit dem Vorjahr das erste "El Gaucho" (siehe rechts).
Heute hat das Schwammerl auf der Messe zwar nichts mehr zu melden, aber Grossauer macht auch dort immer noch Gastro-Geschäfte. Sein Imperium, eine Holding mit drei Gesellschaften und 200 Mitarbeitern, das er mit seiner Frau Herta und seinen Kindern "schupft", steht stabil. Angst, sich zu übernehmen, hat der 54-Jährige nicht: "Alle Betriebe werfen Gewinne ab. Gemeinsam mit den Kindern läuft alles gut und macht richtig Spaß".
Dass das Dutzend Lokale bald voll sein könnte, ist nicht auszuschließen. Arbeitstier sei er aber keines. "So lange die Jugend mich braucht, helfe ich. Braucht sie mich nicht mehr, lehn' ich mich zurück. Ich gebe nämlich gerne eine Ruh'", sagt der Gastro-König von Graz. Und man glaubt es ihm nicht.














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