Spitzenpolitiker und Wirtschaftsmagnaten am Tanzparkett
Von der Prominenz her gesehen hatte die Grazer Opernredoute am Samstag einiges zu bieten und auch das umfangreiche Programm konnte sich durchaus sehen lassen.

Foto © KLZ/Kanizaj
Ranghöchster Politiker war zweifellos VP-Vizekanzler Josef Pröll, sehr aufgeräumt, begleitet von Ministerin Beatrix Karl und in Empfang genommen von Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder (V) im Foyer der Oper. LH Franz Voves (S), der mit Ehefrau Ingrid erscheinen war, war zu diesem Zeitpunkt bereits die Treppe hinausgestiegen und dabei von Conferencier Alfons Haider mit heftiger Umarmung begrüßt worden. Baumeister Richard Lugner, diesmal selbst Stargast auf Einladung der Antenne Steiermark, staunte beim Betreten der Oper nicht schlecht: "So viele Leute auf der Stiege, das gibt's ja selbst in der Staatsoper nicht".
Karl ist keine Tänzerin
Für Pröll und Karl war es die erste Opernredoute, zumindest als Vizekanzler bzw. Ministerin: "Aber am Bauernbundball in Graz war ich schon. War ganz anders, aber hier ist es auch sehr schön", so der Ex-Agrarminister, der durchaus den Weg auf die Tanzfläche wagen wollte. Ministerin Karl gab zu, keine Tänzerin zu sein: "Aber wenn ich aufgefordert werde, und es wird etwas langsames gespielt, gerne." Automagnat Frank Stronach war bereits zum zweiten Mal auf der Redoute, ob er die rhythmische Drehung wagen wollte, war beim Eintreffen noch nicht klar: "Das ist noch nicht entschieden".
Zu viel Trubel für Franzobel
Klaviervirtouse Markus Schirmer - einmal nicht selbst im Einsatz - folgte dem Eröffnungskonzert durchaus angetan von der linken Bühnenseite aus. Literat Franzobel dürfte der Trubel im Eingangsbereich zu viel gewesen sein, wie viele Gäste begab er sich relativ rasch weg von der Fotografen- und Kameraleute-Brigade im Foyer. Konsul Johannes Hornig und Ehefrau Edith - die Herren über ein ausgedehntes Kaffee- und Tee-Imperium, ließen hingegen routiniert das Blitzgewitter über sich ergehen, ebenso wie Kabarettist Werner Schneyder.
Auftritt für La Hong
Obwohl es auf der Treppe zum Spiegelsaal und zu den großen Logen recht eng war, geriet der Einmarsch des modemachenden Vorarlbergers mit vietnamesischen Wurzeln zum Triumph: Designer La Hong - auf Einladung des Grazer Juweliers Klaus Weikhard begab sich mit einigen von ihm stilistisch tadellos eingekleideten Grazer Damen in den ersten Stock und hatte enorm Spaß dabei. Apropos Mode: Obwohl Tracht ausgesprochen erwünscht war, waren relativ wenig Lodenträger zu sehen - ein einsamer Trachtenfrack war schon das Spektakulärste.
Mr. Ferrari im schwarzen Frack
Recht früh war bereits die Wiener Societylady Jeannine Schiller erschienen, gewandet in ein schwarzes Kleid und in Begleitung von "Mister Ferrari" Heribert Kasper", der einen schwarzen Frack mit rotem Futter trug. "Ganz so lange werde ich nicht bleiben, mein Mann ist ja auch in Graz, aber nicht auf der Redoute", so Schiller. War es für sie schon die zweite Redoute, so gab es für Richard Lugner samt Clan gleich zweifache Premiere: Erstmals in der Oper, erstmals mit vertauschten Rollen, er nämlich als Gast der Antenne Steiermark, deren Morgenmoderator Martin Moser im Antenne-gelben Frack erschien. Lugner-Gast und Eis am Stil-Star Zachi Noy erschien im Frack und bester Laune: In tadellosem Deutsch antwortete er auf eine Journalistenfrage: "Na, wenn hier drin rauchen verboten ist, bin ich eben jede Viertelstunde draußen."
Opernintendantin Elisabeth Sobotka gab sich entspannt: "Eine Riesenveranstaltung in meinem Haus und ich hatte dabei kaum Arbeit", lachte sie. Wie es mit Tanzen stehe? "Ich tanze gern, aber schlecht. Voriges Jahr hatte ich einen wunderbaren Partner, den Sänger Janos Mischuretz, das war wunderbar." Bleiben wollte die Hausherrin aber nicht bis zum Schluss um 5.00 Uhr in der Früh - ganz im Gegensatz zu etlichen hundert anderen Ballgästen.

















