Travolta lässt grüßen
Das Musical "Grease" hat 40 Jahre auf dem Buckel, kommt in einer neuen Tour-Produktion aber frisch und dynamisch daher. Ab 2. März in Graz.

Foto © semmelconcerts
Die Figuren mögen nicht gerade zweidimensional sein und die Geschichte über die erste große Liebe auf der High School sich in wenigen Sätzen erzählen lassen, aber das Prädikat Dauerbrenner ist bei "Grease" keine Übertreibung: Auch 40 Jahre nach seiner Broadway-Premiere zaubert das Musical ein Lächeln auf die Gesichter des Publikums, die zu "Summernight" oder "You Are The One That I Want" mitwippen - wie sich bei der Deutschland-Premiere der neuen Tournee-Produktion zeigte, für die beim Graz-Gastspiel mit 18.000 Besuchern (durchaus in Petticoats und mit viel Pomade) gerechnet wird.
"Auch für uns ist jede Vorstellung so kurzeilig, weil sie so temporeich inszeniert ist", erklären die Hauptdarsteller Lars Redlich (Danny) und Joana Fee-Würz (Sandy). Man nimmt den beiden den Spaß an der Sache ab, zudem sind sie erstklassige Sänger. Dass sie als 30-Jährige die Gefühle von Gymnasiasten transportieren sollen, ist kein Problem: "Da müssen wir uns nicht verstellen, wir sind immer noch Kinder", lacht Redlich, dessen Bandbreite vom Musical über Operette bis zu Kurt Weill reicht. Die berühmte "Grease"-Verfilmung mit John Travolta und Olivia Newton-John aus 1978 sah er sich natürlich noch einmal an und gesteht: "Ein paar Bewegungen habe ich von Travolta kopiert!"
Der Ausflug in die Rockabilly-Ära der 50er-Jahre beginnt mit dem Schulbeginn, wo die Buben-Clique unter ihrem Chef Danny und die "Pink Ladies" ihre Ferienerlebnisse Revue passieren lassen. Sandy ist neu an der Schule, kennt aber Danny von einem Flirt am Strand . . .
Fazit: "Grease" punktet auch 2012: dynamisch in Szene gesetzt, liebevoll ausgestattet, typengerechte und durchgehend stimmgewaltig auch in den Nebenrollen besetzt. Oder wie es in einem Lied heißt: "Yippity, dippty doo!"









