Ab drei Jahren kann man auf die Piste
Der Unfallexperte Christian Kaulfersch beantwortet Fragen rund um Altersgrenzen, den richtigen Zeitpunkt für die Pause, um Unfälle zu verhindern und entsprechenden Kälteschutz.

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Auffi aufn Berg! Diesem Leitspruch folgen wohl im Winter viele Sportler und Pistenflöhe - Schnee gibt es ja genug. Doch: Welche Ausrüstung ist unverzichtbar? Ab welchem Alter können Kinder auf die Piste? Und gibt es ein Alter, in dem man die Brettln lieber "ang'lahnt" lassen sollte? Der Schladminger Unfallchirurg Christian Kaulfersch beantwortet die brennendsten Fragen zum Pistenvergnügen.
Ab welchem Alter können Kinder mit dem Schifahren oder Snowboarden beginnen?
Aus persönlicher Einschätzung sagt Kaulfersch: "Ich würde Kinder nicht vor dem achten bis zehnten Lebensjahr auf ein Snowboard lassen." Der Grund: Der Körperbau mit den noch lockeren Gelenken ist dafür nicht geeignet. So klagen Kinder nach dem Snowboarden oft über Knie- oder Rückenschmerzen, erzählt Kaulfersch. "Für die lockeren Gelenke und Bänder kann Snowboarden nicht ideal sein." Fürs Schifahren andererseits, gibt es kein "richtiges Startalter" - laut Kaulfersch können die Flöhe auch schon ab drei Jahren auf die Brettln - natürlich unter entsprechender Aufsicht durch Eltern oder Schischule.
Gibt es durch Carvingschi mehr Unfälle? Sind Carver gefährlicher?
"Ich persönlich halte Carvingschi sogar für sicherer", sagt Kaulfersch. "Wenn er gut beherrscht wird!", schränkt er ein. Der Schwung kann durch Carver leichter gefahren werden, auch die Kürze der Schier ist ein Vorteil. Gefährlich wird der Carver dann, wenn man nicht genug Kraft hat, um ihn zu beherrschen.
Wie oft soll man Pausen einlegen? Reicht die Erholung am Sessellift?
Darauf gibt es, laut Kaulfersch, keine Universal-Antwort. "Es hängt von der Vorbereitung ab", sagt der Experte. Auf jeden Fall gilt: Pausen einlegen, sobald man merkt, dass man ermüdet. Ermüdungszeichen sind: Man kann den Schwung nicht mehr so setzen, wie man möchte, und die Oberschenkel beginnen zu brennen. Die Sesselliftfahrt bringe zwar einen gewissen Erholungswert, aber werde man wirklich müde, sei eine einstündige Pause durchaus angebracht, rät Kaulfersch. Für den Experten der wichtigste Rat an Sportler: "Hören Sie auf Ihren Körper."
Man sagt: Die meisten Unfälle passieren bei der letzten Abfahrt. Wie kann man vorbeugen?
"Wir beobachten auch, dass wir die meisten Patienten zwischen 14.30 und 15.30 Uhr bekommen", sagt Kaulfersch. Er erklärt das damit, dass die Wintersportler ihre Tageskarte ausnützen wollen. "Doch irgendwann wird man müde", sagt Kaulfersch, und dann wäre es besser zu sagen: Ich höre jetzt auf, bevor ich mich in einer halben Stunde verletze. Statistisch gesehen sei auch der Sonntag der Tag mit den meisten Unfällen - was der Experte damit erklärt, dass am Wochenende viele Tagesausflügler die Pisten stürmen. "Und je mehr Sportler, umso mehr Unfälle", mahnt Kaulfersch zu mehr Rücksicht auf der Piste.
Gibt es ein Alter, in dem man nicht mehr auf die Piste sollte?
"Hier zählt das biologische Alter", sagt Kaulfersch und meint, dass es ganz davon abhänge, wie fit man sich im Alter hält - auch speziell für den Schisport. Jedoch müsse älteren Wintersportlern bewusst sein, dass man schneller ermüdet und dass auch die Knochenqualität stark abnimmt. "Aber man soll niemandem den Spaß verbieten, wenn die Vorbereitung stimmt", sieht Kaulfersch keine Alters-Obergrenze.
Schibrille, Protektoren, Helm - wie viel Ausrüstung brauche ich wirklich?
"Helm ist für alle Pflicht!", appelliert Kaulfersch. Beim Kauf muss man darauf achten, dass der Helm auch bei offenem Kinnriemen nicht verrutscht, wenn man den Kopf schüttelt. Auch die Schibrille gehört zur Grundausrüstung, denn kalter Fahrtwind und aufwirbelnder Schnee setzen den Augen zu.
Bei Handschuhen appelliert Kaulfersch an Eltern: Unbedingt auf den entsprechenden Kälteschutz achten! Protektoren in den Handschuhen machen, laut Kaulfersch, bei Snowboardern schon Sinn. Ebenso wie der Rückenprotektor, der im Funpark unverzichtbares Accessoire sein sollte.
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So verletzen sich Schifahrer

Grafik vergrößernKnie, Schulter und Handgelenk sind bei Unfällen am meisten betroffenGrafik © Kleine Zeitung















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