"Keiner gerät mit Absicht in Not"
Bergung zweier Wiener entfachte Diskussion über Risikoeinschätzung.

Foto © APA
Am Wochenende gerieten zwei Wiener Tourengeher auf der Schneealpe in Notlage. Bei der letzten Abfahrt verirrten sie sich und setzten gegen 20.00 Uhr einen Notruf ab. Bei minus 25 Grad Celsius und starkem Wind machten sich 22 Bergretter und zwei Alpinpolizisten auf die Suche. Erst als diese wegen akuter Gefährdung abbrechen wollten, entdeckten sie die Tourengeher.
Fritz Seidl, Landesleiter der Bergrettung Steiermark, betont, dass Risikoeinschätzungen und die Frage, ob und wie weit man geht, gemeinsam mit der Alpineinsatzgruppe getroffen werden. Bei dieser Suche erlitten zehn Einsatzkräfte und die Tourengeher Erfrierungen und mussten ins Spital. "Dem Einsatzleiter obliegt die Verantwortung - auch auf die eigenen Leute zu schauen und sie nicht unnötig in Gefahr zu bringen", sagt Gerhard Rieglthalner von der Alpinpolizei Mürzzuschlag. Einsatzleiter war Bernhard Ulm, er kennt seine Mannschaft gut. "Jeder von uns weiß, was er kann und was nicht. Dafür haben wir unsere Übungen." Zu diesem Fall meinte er auch: "Eine abgefrorene Fingerkuppe kann man noch riskieren für ein Menschenleben." Denn es war klar, die Tourengeher würden die Nacht nicht überleben. Ulm besuchte gestern einen der beiden und erlebte ihn völlig reumütig.
In Österreich käme man mit solchen Temperaturen und Verhältnissen selten in Berührung, sagt Rieglthalner. "Keiner gerät absichtlich in so eine Situation, die Bergsteiger wurden überrascht." Die Bergretter wurden bereits aus dem Spital entlassen und auch die Bergsteiger dürften keine bleibenden Schäden davongetragen haben.













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