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Zuletzt aktualisiert: 04.10.2011 um 10:39 UhrKommentare

Töchterle: Darlehen zur Studienfinanzierung?

Wissenschaftsminister bezeichnet Vorschläge zu Studienkrediten als ein "diskussionswürdiges Thema" und stellt nochmal die Hochschulmilliarde in Aussicht.

Karlheinz Töchterle (ÖVP) bei einer Diskussionsveranstaltung im Wiener Managementclub

Foto © APAKarlheinz Töchterle (ÖVP) bei einer Diskussionsveranstaltung im Wiener Managementclub

In der Debatte über Studiengebühren fällt immer öfter auch das Schlagwort Studiendarlehen. Hochschulforscher Hans Pechar plädierte am Montagabend bei einer Diskussionsveranstaltung im Wiener Managementclub dafür, die Familienbeihilfe nach dem 18. Lebensjahr nicht mehr auszubezahlen, dafür aber ein umfassendes Darlehenssystem für Studenten zu etablieren. Für Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) ist dieser Vorschlag ein "diskussionswürdiges Thema". Ein derart "großer Wurf" sei jedoch politisch brisant, er will sich deshalb vorerst auf die Neukonzipierung der Studienbeiträge als "kleine Lösung" konzentrieren.

Für Pechar, der in dem Managementclub-Sammelband "Reformen ohne Tabu" Vorschläge für Reformen der heimischen Bildungslandschaft ausgearbeitet hat, sind Studiendarlehen wegen der potenziell höheren Einkommen von Hochschulabsolventen durchaus gerechtfertigt. Er will aber "keine marktradikale Lösung", sondern fordert ein sozialverträgliches, großzügiges Rückzahlungsmodell mit geringer Zinsbelastung.

Für Töchterle ist ein solches Modell der Kreditvergabe an Studierende in seinen Grundzügen "durchaus stimmig". Eine derartige Systemänderung müsse jedoch "sehr breit überlegt" und mit anderen Ressorts diskutiert werden, sie werfe auch tiefgreifende rechtliche Fragen auf.

Für Aufnahmeverfahren bei Hochschulzugang

In Sachen Hochschulzugangs sprachen sie Töchterle wie Pechar für Aufnahmeverfahren aus. Bei einer Maturantenquote von etwa 40 Prozent sei der freie Hochschulzugang nur schwer aufrechtzuerhalten, so der Hochschulforscher. Selektion am Übergang zur tertiären Bildung sein daher unumgänglich und würde die Universitäten entlasten.

Töchterle führte ins Treffen, dass derartige Selektionsmechanismen in fast allen übrigen EU-Staaten bereits Realität seien. Das Feststellen der Studienreife möchte der Minister zunehmend in die aufnehmenden Institutionen, also die Hochschulen, verlagern. Wie solche Aufnahmeverfahren im Detail aussehen könnten, soll aber den Unis überlassen bleiben.

Milliarde für die Hochschulen

Bei der angekündigten Hochschulmilliarde für die Jahre 2013 bis 2015 stehe er "in aussichtsreichen Verhandlungen", betonte Töchterle. Die öffentliche Hand sei damit punkto Hochschulfinanzierung auf "einem guten Weg". Gleichzeitig müsse aber von privater Seite mehr finanzielles Engagement in Form von "Hochschulbeiträgen" kommen.


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