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Zuletzt aktualisiert: 03.10.2011 um 20:40 UhrKommentare

Unibeginn: Im Gedränge in die Welt der Wissenschaft

Für Tausende Studienanfänger in Graz hat am Montag der Unialltag begonnen. Mit besten Vorsätzen stürzten sie sich ins Geschehen - und dabei erlebten sie so manche Überraschung.

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Quelle © Eder

Sogar bis zum letzten Fahrradparkplatz war am Montag alles belegt: An den großen Universitätsbereichen in Graz - ob Karl-Franzens-Uni, ob TU - waren Tausende Studienanfänger zum ersten Mal unterwegs. Jungstudenten quollen aus Hörsälen, stauten sich vor den Computerbildschirmen - das neue Semester begann gestern bei prachtvollem Herbstwetter.

Rund 4500 Studienanfänger an der Karl-Franzens-Universität und etwa 2000 an der Technischen Universität hatten da schon einiges an Vorbereitung zu leisten, um das erste Mal akademische Luft zu schnuppern. Nach der erstmals notwendigen Voranmeldung im Sommer mussten via Computer-Online-Systemen die Lehrveranstaltungen gefunden und gebucht werden.

"Das System ist sehr umfangreich und als Anfänger wird man fast erschlagen", sagt Alexander Aigner, Studentenvertreter an der TU Graz. An der TU wurde auch dieses System geschaffen, das mittlerweile an fast allen österreichischen Universitäten die Studentengeschicke lenkt. Von der Anmeldung bis zum Zeugnis kann alles bequem verwaltet werden; Vorlesungsabsagen erscheinen dort ebenso wie Prüfungstermine.

Vorlesung fiel aus

Oder eben auch nicht. Hunderte Pharmaziestudenten warteten gestern geduldig, aber vergeblich auf ihren Vortragenden. Die meisten davon übrigens vor dem Hörsaal - denn der fasste nur etwa die Hälfte der Pharmazieanfänger. Die Studenten waren besonders nervös, ist das doch eine Veranstaltung, bei der Anwesenheitspflicht gilt. Fällt man öfter als zweimal aus, kann man das Fach nicht abschließen. "Der Ansturm wird sich bald legen, in ein paar Wochen sieht das schon ganz anders aus", verrät ein höheres Semester.

Gestern waren die Erstsemestrigen höchst aufgeregt, wie sich ihr neuer Lebensabschnitt präsentieren würde. Zur Enttäuschung war der Anfang meist bürokratisch. So gab es in der Vorlesung Experimentalphysik an der TU Graz zunächst keine spannenden Experimente, sondern Prüfungstermine zum Mitnotieren. Denn heuer ist neu: Einige ausgewählte Grundfächer müssen erfolgreich abgeschlossen werden, damit man weiterstudieren kann.

Eine Wiederholungsprüfung ist gestattet, eine zweite erfolgt kommissionell. Jedes Studium legt die notwendigen Fächer dieser "Studieneinführungs- und -orientierungsphase" (Kürzel: STEOP) für sich fest.

Tja, die Kürzel haben es in sich. Was genau eine VO, eine UE, ein SE ist (Vorlesung, Übung, Seminar), will erst gelernt werden. Gut, wenn man da schon Vorerfahrung hat wie Elisabeth Hengge, die an der TU studiert: "Mein Großvater war hier Professor, mein Vater hat auch hier studiert - ich war immer schon irgendwie da." Ein Praktikum für Mädchen zwischen der 6. und 7. Schulstufe gab dann den Ausschlag für das Studium.

Beste Vorsätze

Ungewohnt für viele, dass man von Hörsaal zu Hörsaal wandert. Bald bilden sich Grüppchen heraus, erste Kontakte werden geknüpft. Gelegenheiten zum Kennenlernen gibt es viele, überall sind Plakate mit Studentenfesten ausgehängt: von den offiziellen "Welcome days" bis zu den Erstsemestrigenpartys.

Aber gestern war das Feiern (noch) nicht das große Thema. Gestern, am ersten Studientag, gab´s die großen Vorsätze, und alle wollten die wissenschaftliche Welt im Sturm nehmen.

NORBERT SWOBODA

Kommentar

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