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Zuletzt aktualisiert: 03.02.2012 um 20:31 UhrKommentare

Orange geschluckt: "3" wird zur Nummer drei

Jetzt ist es fix. Der Mobilfunker Orange geht an "3", A1 will Yesss übernehmen. Doch die Wettbewerbshüter melden bereits Bedenken an.

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Quelle © mobilfunk_digi120203.jpg | Foto: KLZ Digital Analyse: "Drei" will "Orange", "A1" will "Yesss!"

Die monatelangen Spekulationen haben ein Ende: Österreichs kleinster Handynetzbetreiber "3" schluckt um den stolzen Preis von 1,3 Milliarden Euro seinen nächsten Konkurrenten Orange. Ob damit auch die Zeiten der spannenden Preisschlachten vorbei sind, ist noch offen. Orange verschwindet als Marke mittelfristig vom Markt. Die Übergangsphase dürfte aber mindestens ein halbes Jahr dauern.

"3"-Österreich-Boss Jan Trionow kündigte einen "weiterhin intensiven Wettbewerb" mit einer "aggressiven Einmarkenstrategie" an. Ziel ist ein Marktanteil von rund einem Drittel, jetzt liegt die Ausgangsbasis bei 22 Prozent.

Die Übernahme dürfte am Markt aber noch viel mehr bewegen: Der bisher zu Orange gehörende Billig-Anbieter Yesss geht an den größten Marktspieler, A1. Damit hat die zur Telekom gehörende A1 bei einem Marktanteil von 47 Prozent neben "bob" auch den zweiten bedeutenden Billiganbieter in der Hand. Über die möglichen Hintergründe des Yesss-Verkaufs wollte Trionow nicht ins Detail gehen: "Für uns hat Yesss einen deutlich niedrigeren Wert als für andere Anbieter."

Das Feilschen um den Preis von Yesss dürfte neben dem Verkauf von gut 600 Handy-Sendestationen an A 1 ein wesentlicher Grund für die langwierigen Verhandlungen gewesen sein. Auch die vor ein paar Jahren in Orange aufgegangene Marke "One" wandert im Paket an Marktführer A 1.

Weniger Wettbewerb?

Zitiert

"Ein Okay für dieses Paket ist, so wie es derzeit ausschaut, nur schwer vorstellbar."

Stefan Keznickl, Sprecher der Bundeswettbewerbsbehörde

Insgesamt lässt sich A 1 die Flurbereinigung 390 Millionen Euro kosten. Netto kostet der Deal "3" also 910 Millionen Euro. "3" will sogar binnen zwei Jahren noch 70 Millionen drauflegen, wenn bereits jetzt fixierte Kundenzugewinne erreicht werden. Was die Wettbewerbsbehörden dazu sagen, dürfte in etwa einem halben Jahr auf dem Tisch liegen. Gefragt sind Telekom-Regulator Georg Serentschy, die österreichischen Kartellwächter und die Wettbewerbsbehörde in Brüssel.

Die Bundeswettbewerbsbehörde, die bisher nicht kontaktiert wurde, hat am Freitag jedenfalls große Bedenken geäußert. "Ein Okay für dieses Paket ist, so wie es derzeit ausschaut, schwer vorstellbar", deponierte ein Sprecher. Die Übernahme bedeute eine Reduktion auf drei Anbieter "und damit eine Reduktion des Wettbewerbs".

"Wir erwarten keine gröberen Schwierigkeiten", sagt indes Jan Trionow. Eine Bereinigung von vier auf drei Anbieter in einem kleinen Markt sei etwas "Natürliches". "Wir werden nachweisen können, dass wir ein sehr aktiver Marktplayer bleiben werden." Er wisse zwar nicht genau, wie sich das Preis-Leistungs-Verhältnis allgemein entwickeln werde, die Kunden müssten aber keine höheren Preise befürchten. "Wir wollen im Prinzip weitermachen wie bisher, nur mit noch besseren Waffen auf einer besseren Kostenbasis." Soll im Klartext wohl heißen: "3" will Kunden über technische Stärken wie Netztempo und -qualität gewinnen.

Langfristig soll die Fusion 500 Millionen Euro Sparpotenzial bergen. Zahlen, wie viele Mitarbeiter weniger "3" neu haben soll, nannte Trionow nicht. Die Gewinne beider Unternehmen würden sich jedenfalls stark verbessern.

CLAUDIA HAASE, ULRICH DUNST MANFRED NEUPER

"Drei" kauft "Orange"

Grafik vergrößern"Drei" kauft "Orange"

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Kommentar

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