Die digitale Schnitzeljagd beginnt
Wenn schon Facebook und StudiVz Datenschützer zur Verzweiflung treiben, was werden diese dann zum neuesten Web 2.0 Trend sagen? Geolocation boomt in den USA. Der Anbieter foursquare wird schon als Nachfolger von Facebook gehandelt.

Foto © KKGeolocation boomt in den USA
Aus den USA kommt ein neuer Internet- und Handy-Trend nach Europa – Geolocation. Tausende nutzen diese Dienste bereits, aber wie funktionieren sie? Das Wichtigste: Man benötigt ein GPS-fähiges Handy, vorzugsweise iPhone, Blackberry oder ein Android-Handy. Diese Mobiltelefone sind ständig im Internet und das GPS ist immer empfangsbereit. Geht man nun in ein Lokal, zum Einkaufen oder ins Kino kann man mit foursquare der Welt mitteilen, wo man sich gerade befindet – inklusive genauer GPS-Koordinaten und Karte. Für diese ?Check-ins“ bekommt man Punkte. Geht man besonders oft in ein Lokal oder ein Geschäft, wird man dort ?Major“.
Genau darin liegt auch das Geschäftsmodell des Unternehmens. Gegen eine Gebühr können Shops, Restaurants oder Pubs eigene foursquare-Angebote machen, Rabatte, für alle die einchecken oder spezielle Angebote für die Majors. Das Programm Gowalla funktioniert auf die gleiche Weise, wie foursquare. Wer nun denkt, dass das ständige ?Einchecken“ viel zu aufwendig sei und nie funktionieren würde, irrt.
Foursquare ist nicht einmal ein Jahr alt und hat weltweit bereits zwei Millionen Nutzer. Gegenüber Facebook ist das Unternehmen damit zwar noch ein Zwerg – allerdings sind die Wachstumsraten enorm, die Kapitalgeber stehen Schlange. Ende Juni pumpten Investoren 20 Millionen US-Dollar in das kleine Unternehmen, das gerade in ein größeres Büro umzieht.
Virtueller Wirt
Auch die Konkurrenz schläft nicht. Größter Mitbewerber ist das Geolocation-Spiel mytown. Dieses Programm verbindet Geolocation mit Social Games. In Mytown kann man Geschäfte und Lokale in seiner Heimatstadt ?kaufen“. Wenn nun andere mytown-Spieler im echten Geschäft einchecken, bekommt man einen Betrag an virtuellem Geld, mit dem man weitere Sachen erwerben kann. Natürlich kann man dieses virtuelle Geld auch kaufen – dann aber mit echten Dollars. Derzeit gibt es mytown nur in den USA. In den kommenden Monaten möchte das Unternehmen allerdings nach Europa expandieren.
Auch Google mischt schon länger auf dem Markt für Geolocation mit. Mit Latitude kann man jederzeit anzeigen, wo man sich gerade befindet. Allerdings fehlt die Möglichkeit ?einzuchecken“, weshalb dieses Angebot eher ein Nischendasein fristet. Sollte der Internetgigant das ändern, so wäre die Nutzerbasis jedoch sehr groß – jeder mit einem Google-Account könnte sofort loslegen.
Wer nun angesichts dieser Satellitenortung verschreckt ist, sollte sich darüber im Klaren sein, dass Behörden schon heute jeden mit einem Handy oder GPS im Auto ohne Problem orten können. Der einzige Unterschied zu den neuen Geolocation-Diensten ist, dass man bei Letzteren seine Position freiwillig bekannt gibt.










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