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Zuletzt aktualisiert: 20.08.2010 um 15:12 Uhr

Wenn Hänschen und Hans lernen

In unserer sich immer schneller verändernden Gesellschaft ist lebenslanges Lernen eine absolute Notwendigkeit.

Die Erwachsenenbildung wird in Zukunft eine immer größere Rolle spielen

Foto © BegsteigerDie Erwachsenenbildung wird in Zukunft eine immer größere Rolle spielen

"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr." Dieses alte Sprichwort scheint inzwischen schwer überholt. Erwachsenenbildung boomt. Ein immer breiteres Angebot in allen möglichen Bereichen steht einer immer größer werdenden Anzahl an Bildungswilligen gegenüber. Mit jährlich 1,5 Millionen Menschen ist die Erwachsenenbildung in Österreich der größte Bildungsbereich. Es sitzen mehr Menschen in Kursen für Erwachsene als in den Volksschulklassen.

Der moderne Mensch scheint überhaupt sehr lernwillig zu sein. Dokumentationen im Fernsehen erreichen Spitzenquoten, Naturlehrpfade und andere Themenwege werden überall eingerichtet und sind gut besucht und das Internet wird mittels Wissensportalen wie Wikipedia immer mehr als Quelle unerschöpflichen (und manchmal auch fragwürdigen) Wissens genutzt.

Und doch liegt das Sprichwort nicht ganz falsch. "Erwachsenenbildung ist vor allem für Menschen ein Thema, die schon gut ausgebildet sind. Personen aus bildungsferneren Schichten nehmen Kursangebote tendenziell weniger wahr. Die Wirkung der Erwachsenenbildung ist derzeit nicht ausgleichend, sondern verstärkt eher soziale Unterschiede", weiß Werner Lenz, Professor für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung an der Karl Franzens-Universität Graz.

Große Herausforderungen

Die große Herausforderung der Zukunft wird es sein, auch bildungsfernere Schichten zu erreichen. "Das kann auf viele Wege geschehen", weiß Werner Lenz. "Wichtig wird es sein, die Bildung zu den Menschen zu bringen statt die Menschen zur Bildung. Die Gesellschaft wird immer mobiler und durch die Neuen Medien, wie zum Beispiel das Internet, kann man immer mehr Menschen erreichen."

Die Anforderungen, die das lebenslange Lernen an das Bildungssystem der Zukunft stellt, sind vielfältig und nur in der verstärkten Zusammenarbeit aller Bildungseinrichtungen, egal ob öffentlicher oder privater Natur, zu bewältigen. Die heutigen Schulabgänger sind den Umgang mit modernen Medien gewohnt und werden sich mit altmodischem Frontalunterricht sicher nicht für weitere Bildungswege begeistern lassen.

In Zukunft werden große Betriebe und Institutionen wie die Universitäten vermehrt Träger von Weiterbildungsangeboten sein. Die Erwachsenenbildung wird - vor allem in der Ausbildung der Lehrenden - professioneller werden und das Angebot transparenter.


Fakten

Eine umfassende Übersicht über das Weiterbildungsangebot in der Steiermark bekommt man am Weiterbildungsserver des Landes Steiermark. www.weiterbildung.steiermark.at

Auf dem Portal für Lehren und Lernen Erwachsener erfährt man alles, was man über Erwachsenenbildung wissen muss. Bildungsangebote, Informationen über finanzielle Unterstützung, weiterführende Links und vieles mehr. www.erwachsenenbildung.at

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Foto © Begsteiger

Bild vergrößernLebenslanges Lernen kann Spaß machen und muss nicht unbedingt ins Wälzen dicker Bücher ausartenFoto © Begsteiger

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