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Zuletzt aktualisiert: 01.02.2012 um 13:29 UhrKommentare

Ein Haus aus 1,4 Milliarden Euro - in Scheinen

Es wird vermutlich kein neuer Trend werden, aber Aufsehen erregt es allemal: Der Ire Frank Buckley wohnt in einem Haus aus barem Geld. Der beschäftigungslose Künstler hat sich aus 1,4 Milliarden geschredderten Euro-Scheinen seine Bleibe gebaut.

Frank Buckley in seiner WC-Nische - mit Ausblick auf viel Geld

Foto © ReutersFrank Buckley in seiner WC-Nische - mit Ausblick auf viel Geld

Was macht ein arbeitsloser Künstler, wenn er Opfer der Finanzkrise wird? Im Fall von Frank Buckley setzt er dem finanziellen Ruin seines Landes ein Denkmal und baut sich ein Haus um 1,4 Milliarden Euro in Scheinen. Nachdem ihm sein altes Haus – klassisch aus Ziegeln und Holz gebaut - genommen wurde, weil er mit seiner Frau den Kredit nicht mehr bedienen konnte, zog er nun in das Bauwerk aus geschredderten alten Euro-Scheinen, das er mit eigenen Händen errichtet hat.

Das Baumaterial wurde ihm von der Druckerei der irischen Zentralbank leihweise zur Verfügung gestellt. Alle Ziegel, mit denen das Gebäude errichtet wurde, sind aus Euro-Scheinen hergestellt worden. Jeder einzelne Ziegel war somit einmal über 40.000 Euro wert. Sein Haus repräsentiere den "Wahnsinn", der das System befallen habe. Zu Reuters sagt er über sein Projekt: "Die Leute haben Milliarden in ihre Häuser gesteckt, die jetzt nichts mehr wert sind. Ich wollte aus dem Nichts etwas erschaffen."

Euro-Höhle

Sein Papierhaus steht in der Lobby eines Dubliner Bürogebäudes, das neu gebaut, aber nach dem Platzen der Immobilienblase in Irland nicht mehr benutzt wurde. Das Euro-Haus gleicht eher einer Höhle, Boden und Wände sind bedeckt mit geschredderten Scheinen. Der Künstler hat Bilder aus den alten Euro-Scheinen angefertigt und auch Münzen zieren seine Wände. Zwölf Stunden arbeitet er täglich an seinem Heim.

Fotoserie: Impressionen vom Haus aus Euro-Scheinen

"Es gibt Häuser ins Irland, die weniger wert sind, als meines", so Buckley, dessen altes Haus durch die Immobilienkrise nur mehr ein Drittel seines ursprünglichen Wertes haben soll. Von seiner Frau lebt der Ire mittlerweile getrennt und wohnt seit Dezember in dem Euro-Haus. Nun ist er gerade dabei, es um eine Küche zu erweitern. Zurzeit verfügt es nämlich nur über ein Wohnzimmer und eine Diele, das Klo ist in einer offenen Nische untergebracht. Dennoch ist Buckley zufrieden: "Ich schlafe ohne Decke. Was auch immer man gegen den Euro sagen kann, er isoliert großartig."

Nora Kanzler

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