Trotz Rückrufaktion: Milliardengewinn für Toyota
Gerade die Nachfrage nach dem Prius und anderen verbrauchsarmen Modellen hatte im dritten Geschäftsquartal zu dem Gewinn von Toyota beigetragen. Toyota versucht unterdessen, seine US-Händler im Rückruf-Debakel mit Schecks bei Laune zu halten.

Foto © AP
Der unter Qualitätsproblemen leidende Autohersteller Toyota hat im letzten Quartal des vergangenen Jahres einen Nettogewinn von 153,2 Milliarden Yen (1,2 Milliarden Euro) eingefahren. Im Vorjahreszeitraum verbuchte Toyota noch einen Verlust von 164,7 Milliarden Yen.
Satter Gewinn
Trotz der gegenwärtigen Rückrufserie und des daraus resultierenden Imageschadens rechnet der weltgrößte Autobauer für das bis März laufende Geschäftsjahr mit einem Gewinn von 80 Milliarden Yen. In einer früheren Prognose war das Unternehmen noch von einem Verlust von 200 Milliarden Yen ausgegangen. Doch gerade die Nachfrage nach dem Prius und anderen verbrauchsarmen Modellen hatte im dritten Geschäftsquartal zu dem Gewinn von Toyota beigetragen.
Toyota ist derzeit dabei, in Europa, den USA und China nahezu 4,5 Millionen Autos wegen klemmender Gaspedale zurückzurufen, was den bisher makellosen Ruf der Unternehmens als Qualitätshersteller schwer beschädigt hat. Die Kosten für den Rückruf in den USA schätzt Toyota auf bis zu 180 Mrd. Yen. Zudem befürchtet das Unternehmen, dass die Rückrufaktion zu einem weltweiten Einbruch der Nachfrage nach Toyota-Modellen um bis zu 100.000 Autos führen könnte.
Zuletzt hatte die Qualitäts-Krise auch das populäre Hybridfahrzeug Prius erfasst. Rund 180 Prius-Kunden in den USA und Japan hatten sich über Bremsprobleme beklagt. Es sei sogar zu Unfällen gekommen, erklärten die zuständigen Behörden in beiden Ländern. Toyota räumte am Donnerstag Entwicklungsprobleme beim Antiblockiersystem des Autos ein. Diese seien bei den seit Ende Januar verkauften Modellen beseitigt worden.
Schecks für Händler
Toyota versucht unterdessen, seine US-Händler im Rückruf-Debakel bei Laune zu halten. Der Konzern kündigte in einer E-Mail an seine Geschäftspartner an, ihnen Schecks zu schicken. Je nach Größe des Händlers fließen 7.500 bis 75.000 Dollar (5.360 bis 53.600 Euro) wie US-Medien am Mittwoch berichteten. Toyota hofft, dass das Geld letztlich den Kunden zugutekommt, etwa über verlängerte Servicezeiten.
"In den nächsten Tagen werden Sie einen Scheck von uns bekommen mit der einfachen Bitte: Tun Sie das Richtige für die Kunden von Toyota", schrieb Toyota-Manager Bob Carter in der E-Mail. Er versprach den Händlern volle Unterstützung bei dem Bemühen, die Kunden zu halten.
















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