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Zuletzt aktualisiert: 01.02.2010 um 12:01 UhrKommentare

Toyotas Marktwert um 20 Milliarden Dollar gefallen

Der japanische Autohersteller Toyota Motor ist angesichts der größten Rückrufaktion seiner Geschichte um Schadensbegrenzung bemüht - der bereits eingetretene Schaden ist allerdings enorm.

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Am Montag wollte die Vertriebsgesellschaft von Toyota in den USA eine Pressemitteilung zu dem Debakel herausgeben. Bereits am Sonntag begann der weltgrößte Autohersteller, der den Ruf als Qualitätshersteller zu verlieren hat, mit einer großangelegten Anzeigenkampagne in Zeitungen, um Kunden auf Rückruf und ausgesetzte Produktion aufmerksam zu machen. Unterdessen kündigte Toyota an, auch im Nahen Osten einige Modelle wegen desselben Problems mit fehlerhaften Gaspedalen zurückzurufen. Genaue Zahlen seien noch nicht bekannt, sagte eine Toyota-Sprecherin.

Exorbitanter Schaden

Bereits jetzt kommt Toyota das Debakel teuer zu stehen: Wegen Sorgen der Anleger über den Imageschaden sowie dem befürchteten Absatzeinbruch hat Toyota vergangene Woche 20 Milliarden Dollar (14,3 Milliarden Euro) seines Marktwertes eingebüßt. Am Montag verlangsamte sich der Absturz der Aktien. "Einzelheiten zu der Aktion werden heute bekannt und das hat offenbar die Verluste begrenzt", sagte ein Händler. Toyota-Aktien beendeten den Handel in Tokio am Morgen 1,15 Prozent schwächer.

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Das Problem mit klemmenden Gaspedalen bei Autos hatte zuletzt immer größere Dimensionen angenommen: Nach Toyota ruft nun auch der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroen zehntausende Autos zurück. Betroffen seien "weniger als 100.000" in Tschechien gefertigte Autos der Typen Peugeot 107 und Citroen C1, sagte ein PSA-Sprecher am Samstag in Paris. Die Autos seien praktisch baugleich mit Toyotas Aygo und wurden in ganz Europa verkauft. Unterdessen hat sich Toyota-Präsident Akio Toyoda bei den Kunden seines Unternehmens für den Rückruf von Millionen fehlerhafter Autos weltweit entschuldigt.

"Werden alles unternehmen"

Nach einem Bericht des japanischen Fernsehsenders NHK sagte Toyoda am Freitag am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos, es tue ihm sehr Leid, dass die Kunden beunruhigt wurden. Toyota wolle jetzt alle Fakten ermitteln und sie den Kunden erklären, um ihnen so schnell wie möglich die Angst zu nehmen. Man werde alles unternehmen, um sicherzustellen, dass so etwas nicht wieder passiere, sagte der Präsident des weltgrößten Automobilherstellers.

Am Freitag hatte die Rückrufwelle wegen Problemen mit klemmenden Gaspedalen Europa erreicht: Der japanische Autobauer muss auch dort bis zu 1,8 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten holen. Betroffen sind unterschiedliche Baujahre der Modelle AYGO, iQ, Yaris, Auris, Corolla, Verso, Avensis und RAV4. Das Unternehmen teilte in Köln mit, in Europa sei bisher nur eine begrenzte Anzahl von Fällen bekannt, in denen das Problem aufgetreten ist. Einen Unfall, der dadurch verursacht worden wäre, habe es nach derzeitigem Kenntnisstand bisher nicht gegeben.


Fakten

Toyota-Autos galten jahrelang als besonders hochwertig und sicher vor Pannen. Doch eine aggressive Wachstumsstrategie eines inzwischen abgelösten Managements erhöhten die Fehlerquote. Toyota hatte für das laufende Jahr eine Absatzsteigerung von 6 Prozent auf 8,27 Millionen Stück angepeilt. Unklar blieb, ob diese Zahlen nach den Rückrufen und dem Produktionsstopp noch gelten.

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